Ein weiterer Stolperstein ist die Materialwahl. Nicht jede Lehmplatte ist für Lebensmittelkontakt geeignet – oft sind sie mit Zusätzen wie Zement oder Kunststofffasern verunreinigt. Man sollte ausschließlich reine Lehmbauplatten verwenden, die als solche deklariert sind. Vor dem ersten Einsatz ist es ratsam, die Platten mit klarem Wasser gründlich abzuspülen und sie anschließend zwei Tage lang auslüften zu lassen. Wer unsicher ist, kann die Platten auch mit einem lebensmittelechten Lehm-Anstrich versiegeln – allerdings reduziert das die Verdunstungsfähigkeit etwas.
Prüfen Sie abschließend mit der flachen Hand, ob die Wandfläche eben ist. Wenn Sie einzelne Putzstellen vorsichtig mit einem Schleifschwamm glätten, achten Sie darauf, nicht zu viel Material abzutragen. Bei hartnäckigen Kleberresten hilft ein Heißluftföhn, der die Reste aufweicht – halten Sie den Föhn jedoch nicht zu lange auf eine Stelle, um den Putz nicht auszutrocknen oder zu beschädigen. Mit dieser Methode bleibt die Wand sauber, und die neuen Fußleisten finden einen ebenen Untergrund vor.
Messen Sie vor dem Kauf auch die tatsächliche Höhe Ihrer Küchenzeile. Viele fertige Tresen sind für eine Sitzhöhe von 65 bis 70 Zentimetern gebaut – das passt zu normalen Stühlen, nicht zu Barhockern. Entscheiden Sie sich für eine der beiden Varianten: entweder eine erhöhte Theke mit hohen Hockern oder eine normale Arbeitsplatte mit niedrigen Sitzmöbeln. Eine Mischung ist selten komfortabel.
Die richtige Hebeltechnik entscheidet über den Zustand der Wand Setzen Sie einen flachen Spachtel oder ein Stemmeisen zwischen Wand und Leiste, direkt an einer Fuge oder einem Ende. Klopfen Sie das Werkzeug mit einem Hammer vorsichtig hinein, statt es mit Gewalt hineinzudrücken. Sobald der Spalt groß genug ist, hebeln Sie die Leiste langsam und gleichmäßig ab. Bewegen Sie das Werkzeug dabei immer entlang der Leiste weiter, niemals ruckartig an einer Stelle. Bei stark verklebten Leisten hilft es, die Klebefuge mit einem Föhn zu erwärmen – der Kleber wird weich und die Leiste löst sich leichter.
Auch die Beinfreiheit wird oft unterschätzt. Unter der Tischplatte sollten mindestens 20 Zentimeter tief und 15 Zentimeter hoch für die Knie bleiben. Bei einer durchgehenden Platte mit Stützstreben wird es schnell eng. Achten Sie darauf, dass die Sitzfläche nicht die Plattenkante berührt, sondern etwa 5 bis 10 Zentimeter Abstand bleibt. So können Sie sich setzen, ohne die Streben zu treffen. Bei einer Truhe oder einem Schrank als Fußteil wird die Beinfreiheit noch wichtiger – planen Sie hier großzügig.
Worauf man beim Bau achten sollte und welche Fehler die Wirkung zunichtemachen Der häufigste Fehler ist ein zu luftdichter Aufbau. Manche verschließen das Regal komplett mit Türen oder Folie, um die Feuchtigkeit zu halten. Das führt schnell zu Schimmelbildung, weil die Luft nicht mehr zirkulieren kann. Besser ist ein offenes Regal mit einer Rückwand aus Lehm, aber ohne Türen. Die Vorderseite bleibt komplett frei, sodass Luft ständig nachströmen kann. Auch der Standort ist entscheidend: Das Regal sollte nicht in der prallen Sonne stehen, sondern an einem kühlen, schattigen Platz – idealerweise in der Nähe eines Nordfensters oder in einem unbeheizten Abstellraum.
Vor dem Verputzen sollten Sie den Untergrund prüfen: Saugende Ziegel oder Porenbeton entziehen dem Putz schnell Wasser. In diesem Fall den Untergrund leicht vornässen, aber nicht satt machen. Zu nasser Untergrund führt ebenfalls zu Haftungsproblemen. Nach dem Trocknen die Oberfläche nicht sofort streichen oder tapezieren, sondern warten, bis der Putz eine gleichmäßige Farbe ohne dunkle Flecken zeigt. Ein einfacher Test: Mit dem Handrücken an die Wand halten – fühlt sie sich kühl und feucht an, warten Sie weiter. Erst wenn die Wand sich trocken und raumtemperiert anfühlt, ist die Trocknungszeit beendet.
Welche Rolle spielt die Saison bei der Trocknungsplanung? Im Winter dauert die Trocknung oft doppelt so lange wie im Sommer, weil die relative Luftfeuchtigkeit hoch ist und die Baustelle nur begrenzt beheizt wird. Wer den Innenputz im November aufträgt und im Januar mit dem Boden beginnt, muss mit einer Trocknungszeit von vier bis sechs Wochen rechnen. Im Sommer reduziert sich das auf zwei bis drei Wochen. Planen Sie daher die Trocknungsphase nicht als starren Kalendertermin, sondern orientieren Sie sich an Messwerten. Ein Feuchtemessgerät für Baustoffe kostet nicht viel, spart aber teure Nacharbeiten.
Die tatsächliche Dauer hängt von der Putzart ab: Kalkputz benötigt bei 20 Grad Celsius und mittlerer Luftfeuchtigkeit etwa zehn bis vierzehn Tage für eine vollständige Austrocknung. Gipsputz ist nach fünf bis sieben Tagen belegreif, reagiert aber empfindlich auf Feuchtigkeit aus dem Untergrund. Kalkzementputz liegt mit sieben bis zwölf Tagen dazwischen. Entscheidend ist nicht die Oberfläche, sondern der Feuchtegehalt im Inneren. Eine einfache Kontrolle: Legen Sie eine Folie (etwa 50 mal 50 Zentimeter) für 24 Stunden auf den Putz. Bilden sich danach Wassertropfen auf der Folienunterseite, ist der Putz noch zu feucht für weitere Beschichtungen.