Kompaktplatten sind die robusteste Lösung, aber auch die anspruchsvollste bei der Verarbeitung. Sie bestehen aus harzgebundenen Schichten und sind absolut wasserdicht, was sie ideal über der Spülmaschine macht. Der Nachteil: Sie sind spröde und splittern leicht beim Bohren. Verwenden Sie immer einen Bohrer für harte Materialien und legen Sie eine Holzunterlage unter die Platte, bevor Sie bohren. Drehen Sie den Bohrer mit geringer Drehzahl und üben Sie nur leichten Druck aus – so vermeiden Sie Risse. Bei der Montage achten Sie darauf, dass die Platte nicht mit Metallschrauben in direkten Kontakt kommt, da dies zu Spannungsrissen führen kann. Verwenden Sie Distanzhülsen aus Kunststoff, wenn Sie die Platte auf einem Metallgestell befestigen.
Bei der Verlegung ist die Reihenfolge entscheidend: Erst die Dämmung auslegen, dann eine Trennlage aus PE-Folie, und darauf erst den Estrich. Der Estrich muss überall mindestens fünf Zentimeter stark sein, sonst bricht er später. Ein typischer Fehler ist das Anschließen des Estrichs an die Wand – das überträgt Schwingungen direkt. Lassen Sie rundum einen Spalt von mindestens einem Zentimeter und füllen Sie diesen mit dem Randstreifen. Prüfen Sie nach dem Trocknen, ob der Estrich wirklich hohl liegt, indem Sie mit einem Hammer klopfen – ein dumpfer Klang ist richtig.
Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Entkopplung von Leitungen und Rohren. Wenn Heizungsrohre oder Elektroleitungen die Decke durchqueren, übertragen sie Trittschall wie Trommeln. Umwickeln Sie diese mit Filz oder Gummi, bevor Sie die Dämmung schließen. Auch die Treppe ins Obergeschoss ist oft eine Schallbrücke – prüfen Sie, ob sie fest mit der Decke verschraubt ist und dichten Sie die Fugen mit elastischem Material ab. Nach der Sanierung sollten Sie den Erfolg messen, indem Sie im Obergeschoss laufen und im Erdgeschoss auf Veränderungen achten.
Unabhängig vom System sollten Sie auf die Lichtquelle hinter dem Fenster achten. Selbst mit perfekt abdunkelnden Rollos dringt Licht durch Ritzen im Mauerwerk oder durch die Lüftungsklappen. Ein einfacher Trick: Kleben Sie eine dünne Filzleiste an den unteren Rand des Fensterflügels. So schließen Sie die letzte Lücke. Vermeiden Sie außerdem jede Art von Leuchtanzeigen im Schlafzimmer – vom Router bis zum Ladegerät. Diese kleinen Lichter können die Verdunkelung komplett zunichtemachen, weil sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt und schon eine winzige Lichtquelle als störend empfindet.
Unabhängig vom Material gilt: Die Ausschnitte für Spüle und Kochfeld sind die kritischsten Stellen. Schneiden Sie niemals direkt auf der Arbeitsplatte, sondern erstellen Sie zuerst eine Schablone aus Pappe. Übertragen Sie die Maße auf die Platte und markieren Sie die Schnittlinie mit einem Bleistift. Bei Laminat und Kompaktplatte ist ein Tauchsäge mit Führungsschiene die sicherste Wahl, weil sie saubere Kanten ohne Absplittern erzeugt. Für Holz reicht eine Stichsäge, aber verwenden Sie ein Sägeblatt mit feiner Verzahnung und schneiden Sie von der Sichtseite aus. Nach dem Zuschnitt schleifen Sie die Kanten mit feinem Schleifpapier, bevor Sie die Dichtungsprofile einsetzen.
Eine Holzdecke überträgt Trittschall aus dem Obergeschoss oft besonders deutlich. Die Ursache liegt in der Konstruktion: Holzbalken wirken wie Membranen, die Schwingungen direkt an die darunterliegende Decke weitergeben. Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, sollten Sie die genaue Aufbauhöhe und die Tragfähigkeit der Decke prüfen. Messen Sie den Abstand zwischen Rohdecke und Fertigfußboden im Obergeschoss – davon hängt ab, welche Dämmung überhaupt Platz findet.
Die Pflege ist der Schlüssel zur Langlebigkeit: Waschen Sie den Vorhang alle vier bis sechs Wochen bei niedriger Temperatur, um Bakterien und Schimmelsporen zu entfernen. Verwenden Sie kein Weichspüler, da dieser die Faserstruktur angreift und die wasserabweisende Wirkung verringert. Nach dem Waschen hängen Sie den Vorhang sofort wieder auf, damit er im feuchten Raum trocknen kann – im Idealfall bei geöffnetem Fenster oder eingeschalteter Abluft. Wenn Sie diese Punkte beachten, bleibt der Vorhang in Bad und Küche nicht nur hygienisch, sondern auch optisch ansprechend über viele Jahre hinweg.
Plissees sind die kompakte Alternative, besonders für Dachfenster oder schmale Fenster. Sie bestehen aus gefaltetem Stoff, der sich wie ein Akkordeon zusammenziehen lässt. Achten Sie auf die Ausführung mit Seitenschienen: Diese halten das Plissee dicht am Glas und verhindern, dass Licht seitlich eindringt. Bei der Montage sollten Sie die Träger so anbringen, dass das Plissee das gesamte Glas bedeckt – nicht nur den beweglichen Teil. Viele Modelle haben an der Unterkante eine Magnetleiste, die das Plissee am Fensterrahmen fixiert. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Magnete noch sauber schließen, denn mit der Zeit können sie verschmutzen und ihre Haftkraft verlieren.
Wenn eine Estrichsanierung nicht möglich ist, hilft eine abgehängte Decke im Erdgeschoss. Dafür montieren Sie eine Unterkonstruktion aus Metallprofilen, die mit speziellen Schwingungsdämpfern an der bestehenden Decke befestigt wird. Füllen Sie den Hohlraum mit schweren, flexiblen Dämmplatten – je schwerer, desto besser die Dämmung. Achten Sie darauf, dass die Profile nicht direkt an den Holzbalken anliegen, sondern darüber – sonst entsteht eine Körperschallbrücke. Die Beplankung sollte zweilagig ausgeführt werden, mit versetzten Fugen und zusätzlicher Masse.