Als ich das erste Mal eine Tapicerka welurowa in einem Möbelhaus sah, dachte ich: Das ist viel zu edel für meine kleine Bude. Aber der Samtstoff wirkt bei wenig Licht richtig warm und lässt den Raum größer erscheinen. Ich habe mich für ein dunkles Blau entschieden, das toll mit den weißen Wänden kontrastiert. Der Velours fühlt sich nicht nur luxuriös an, er ist auch erstaunlich pflegeleicht. Ein feuchtes Tuch reicht, um Staub zu entfernen. Die Farbe kaschiert kleine Flecken besser als helle Stoffe. Für mein kleines Wohnzimmer habe ich einen Sessel mit dieser
Tapete bestellt. Er steht in der Ecke neben dem Fenster und bietet einen perfekten Lesesessel. Die Armlehnen sind breit genug, um eine Tasse Kaffee darauf abzustellen. So spare ich mir einen separaten Beistelltisch. Wenn ich abends lese, klappe ich die integrierte Fußstütze aus und lehne mich zurück. Der Sessel ist mit einem
Mechanizm DL ausgestattet, der sanft und leise funktioniert.
Wenn ich Gäste erwarte, die länger bleiben, wird die Terrasse zum Gästezimmer unter freiem Himmel. Ich habe eine wersalka, die sich mit einem einfachen Handgriff ausklappen lässt. Der Clou ist der mechanizm DL, der das Ausziehen zum Kinderspiel macht. Kein Ruckeln oder Verklemmen, es geht butterweich. Für die Nächte lege ich dann noch ein paar dicke Decken bereit, die tagsüber als farbige Akzente auf der Sitzbank liegen. Die Terrasse gestalten heißt für mich auch, flexibel zu sein und auf unterschiedliche Situationen reagieren zu können. Ein fester Tisch wäre hier fehl am Platz, ich setze lieber auf klappbare Modelle.
Ein weiteres Problem war der Flur. Ein schmaler Gang von nur einem Meter Breite, aber mit einer hohen Wand, die nach Stauraum schrie. Ein fertiger Schrank hätte den Gang blockiert oder wäre zu flach gewesen. Also ließ ich einen maßgefertigten Schrank bauen, der nur 35 Zentimeter tief ist, aber bis zur Decke reicht. Die Türen sind aus gebürstetem Eichenfurnier, die Griffe aus Messing. Drinnen habe ich
Regale für Schuhe und Haken für Jacken in verschiedenen Höhen angebracht. Jetzt passen meine Stiefel, die Regenschirme und sogar der Staubsauger hinein, ohne dass ich mich beengt fühle. Möbel nach Maß bedeuten hier konkret, dass ich keine Kompromisse bei der Funktionalität machen muss.
Eine Sache, die ich am Anfang total unterschätzt habe, ist der Boden. Altbauwohnungen haben oft alte Dielen, die knarren und sich bei Feuchtigkeit verziehen. Statt sie zu überdecken, habe ich mich entschlossen, sie zu restaurieren. Abgeschliffen und geölt, sehen sie jetzt aus wie neu. Darauf liegen selbst geknüpfte Teppiche aus Wolle, die Farbe und Wärme in die Räume bringen. In den Übergängen zwischen den Zimmern habe ich auf Teppiche verzichtet, damit der Fluss erhalten bleibt. Wenn ich abends im Wohnzimmer sitze, höre ich das leise Knarren der Dielen unter meinen Schritten. Es ist ein beruhigendes Geräusch, das mich an die Geschichte dieses Hauses erinnert. Die hohen Decken und die alten Fenster mit ihren Holzrahmen sind der wahre Schatz dieser Wohnung.
Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ich das erste Mal in meine neue Wohnung in Berlin-Mitte kam. Alles war bezaubernd, die hohen Decken, der Altbaucharme, aber dann stand ich im Schlafzimmer und mir wurde klar: Hier passt kein einziges Standardmöbelstück rein. Die Nische war genau 1,80 Meter breit, aber die Tür leicht versetzt. Jedes Bett aus dem Möbelhaus war entweder zu lang oder ließ auf einer Seite eine hässliche Lücke. Da wurde mir bewusst, dass ich mich mit Möbel nach Maß beschäftigen musste, um diesen Raum überhaupt nutzbar zu machen. Ich hatte keine Lust, jeden Morgen gegen die Schrankkante zu stoßen oder das Bett schräg in den Raum zu quetschen. Also begann meine Reise in die Welt der individuellen Anfertigungen.

Ein häufiges Problem war die Beleuchtung. In meiner Wohnung gibt es kein Tageslicht im Flur, also setze ich auf indirekte Lichtquellen. Eine Papierlaterne von einem japanischen Laden spendet warmes Licht, das die Holztöne betont. Dazu ein schmaler Spiegel, der den Raum optisch verdoppelt. Die Gardinen sind aus ungebleichtem Leinen und filtern das Licht, ohne es komplett zu blockieren. Abends schalte ich nur eine kleine Tischlampe an – das reicht für eine ruhige Stunde mit Tee. Der Japandi-Stil lehrt mich, dass weniger Licht oft angenehmer ist als grelle Deckenstrahler. Die Schatten werden zu Gestaltungselementen, die die klaren Linien der Möbel betonen. Ich habe sogar die Lampen aus meinem alten Schlafzimmer entsorgt, weil sie zu protzig wirkten.
Eine andere Lösung für kleine Räume, die ich in meiner ersten Wohnung hatte, war eine klassische wersalka. Das ist ein echtes Multitalent. Tagsüber diente sie als gemütliche Couch, auf der ich lesen oder fernsehen konnte. Nachts verwandelte sie sich in ein vollwertiges Bett. Der Vorteil gegenüber einer ausziehbaren Couch ist, dass die Matratze direkt im Gestell liegt und man keine Fugen spürt. Allerdings ist der Stauraum darunter oft begrenzt. Deshalb habe ich die wersalka mit einem kleinen Regal kombiniert, das als Nachttisch dient und in dem ich Gästebettwäsche und Handtücher verstauen kann. Der Raum unter dem Fenster blieb frei, damit das Licht ungehindert hereinkommt. So entsteht trotz des kompakten Möbels eine offene Atmosphäre.