Bei der Arbeit mit Kunden sehe ich oft, dass sie Angst vor Farbe haben. Sie bleiben bei Beige oder Creme, weil das sicher wirkt. Aber das kann schnell langweilig werden. Ich empfehle, mit einer Akzentwand zu beginnen. Wähle eine Wand, die nicht von Möbeln verstellt ist, und streiche sie in einem
kräftigeren Ton. Das gibt dem Raum Tiefe, ohne dass man sich festlegt. Die Farbpalette für die Wohnung kann man dann nach und nach erweitern. Ich habe einmal einem Kunden geholfen, der sein Wohnzimmer in einem hellen Olivgrün gestrichen hat, kombiniert mit einer Tapete mit floralem Muster an einer Wand. Das sah aus wie ein kleiner Garten. Die restlichen Wände blieben in einem warmen Weiß, um den Raum nicht zu überladen.
Bei meinem letzten Umzug habe ich viel über Materialien gelernt. Die
alte Einbauküche hatte eine raue Holzoberfläche, die nach jedem
Putzen Flecken bekam. Ich entschied mich für eine neue mit matter Lackfront – einfacher zu reinigen, aber anfällig für Fingerabdrücke. Dann entdeckte ich die Variante mit einer speziellen Beschichtung, die wirklich alles abweist. Und für die Sitzgelegenheit in der Küche wählte ich einen Hocker mit einem Bezug aus weichem Samt – die Farbe ist ein dunkles Blau, das nicht so schnell schmutzig wird. Der Samt fühlt sich edel an, aber ich musste aufpassen, dass nichts danebentropft. Solche Details machen die Einbauküche erst richtig wohnlich.
Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen, ist die richtige Beleuchtung. Ich habe lange mit einer einzigen Deckenleuchte gelebt, die alles in ein kaltes Licht tauchte. Seitdem ich zwei Wandleuchten links und rechts vom Spiegel montiert habe, ist das Schminken und Rasieren viel entspannter. Die Schatten im Gesicht verschwinden einfach. Du brauchst nicht viel Geld ausgeben – warmweiße LED-Streifen unter dem Spiegelschrank machen schon einen großen Unterschied. Achte darauf, dass das Licht auf dein Gesicht fällt, nicht auf den Spiegel. So fühlt sich das Badezimmer einrichten gleich professioneller an. Und ein kleiner Tipp: Eine dimmbare Lampe über der Badewanne schafft abends eine ganz besondere Atmosphäre.
Ich habe auch gelernt, dass ich mit Farben den Raum strukturieren kann. In einer offenen Wohnküche habe ich die Kochinsel in einem anderen Farbton gestrichen als die umliegenden Schränke. Das schafft eine optische Trennung, ohne dass ich eine Wand brauche. Die Farbpalette für die Wohnung sollte hier die Funktionen betonen. Die Arbeitsfläche in der Küche bekam ein kräftiges Anthrazit, das praktisch ist, während die Essecke in einem hellen Holzton blieb. Das gibt dem Raum eine natürliche Ordnung. Ich achte auch auf die Decke. In kleinen Räumen lasse ich die Decke weiß oder in einem sehr hellen Ton, um die Höhe zu betonen. Aber in großen Räumen kann man die Decke auch in einem dunkleren Ton streichen, um sie niedriger wirken zu lassen.
Die Wahl der richtigen Farbe hängt auch von der Nutzung ab. In der Küche habe ich mich für ein warmes Gelb entschieden, das morgens beim Frühstück Energie gibt. Aber die Farbe muss auch praktisch sein. Ich habe eine abwaschbare Farbe genommen, weil ich schnell mal Spritzer an der Wand habe. Die Farbpalette für die Wohnung sollte immer die Funktionalität mitdenken. Im Flur, wo oft Dreck und Feuchtigkeit reinkommen, habe ich einen dunkleren Grauton gewählt, der Flecken verzeiht. Das macht die Pflege einfacher. Ich habe auch gelernt, dass ich mit Streifen arbeiten kann, um die Decke höher wirken zu lassen. Ein senkrechter Streifen in einem helleren Ton auf der Wand verlängert den Raum optisch. Das habe ich bei einem Kunden gemacht, der eine niedrige Decke hatte.
Für das Badezimmer selbst habe ich noch einen Tipp: Vergiss nicht die Details, die den
Alltag erleichtern.
Ein beheizter Handtuchhalter ist mein Lieblingsstück. Morgens nach dem Duschen ein
warmes Handtuch – das ist Luxus pur. Hänge ihn an die Wand über der Heizung oder direkt neben die Dusche. Auch ein kleiner Hocker aus Teakholz ist praktisch, um beim Eincremen zu sitzen oder das Shampoo abzustellen. Ich habe sogar einen mit einer Klappe, darunter verstecke ich Putzschwämme. So bleibt die Ablagefläche frei und das Bad wirkt aufgeräumt. Und eine Silikonbürste für die Fliesen: Einmal die Woche drüberwischen, schon glänzen die Fugen wieder.
Wenn ich an die Nächte mit Besuch denke, wird mir klar, wie wichtig flexible Möbel sind. In meinem Wohnzimmer steht eine kleine Couch, die sich in ein Bett verwandeln lässt – eine
klassische Couch mit Schlaffunktion, die aber leider nur eine dünne Auflage hatte. Der Gast schlief immer durch, weil ich einen extra 16 cm dicken Matratzenaufsatz aus Memory-Schaum darauflegte. Aber die Matratze musste tagsüber irgendwo verschwinden. Ich fand einen cleveren Trick: In der Einbauküche gibt es einen breiten Unterschrank unter der Spüle, den ich mit einem stabilen Gitterrost ausstattete. Dort liegt jetzt die Gästematratze zusammengerollt, versteckt hinter Putzmitteln. Niemand sieht sie, aber sie ist immer griffbereit.