
Die Planung eines solchen Möbelstücks erfordert etwas Nachdenken. Man muss die Raummaße genau kennen und überlegen, wie man die Couch stellen will. Ein zu großer Ausklappmechanismus kann den ganzen Raum dominieren. Ich rate immer dazu, sich vor Ort im Möbelhaus auf die Couch zu setzen und den Mechanismus selbst zu testen. Wie leicht geht er? Quietscht etwas? Passt die Sitzhöhe zu meiner Körpergröße? Nur so vermeidet man spätere Enttäuschungen.
Manchmal reicht der Platz nicht für einen separaten Raum. Dann wird der begehbare Kleiderschrank zur multifunktionalen Möbellösung. Ich arbeite dann mit einer Kombination aus einer Schlafcouch und einem offenen Kleidersystem. Eine Schlafcouch mit einem robusten Ausziehmechanismus ist ideal. Sie dient tagsüber als Sitzgelegenheit und nachts als Bett. Daneben plane ich eine Kleiderstange auf 150 Zentimeter Höhe, darunter Schuhregale. Ein Beispiel aus einer 60er-Jahre-Wohnung: Die Schlafcouch stand an der Längswand, die Kleiderstange an der Querwand. Dazwischen ein schmaler Tisch für die Tasche. Der Gast schläft auf einem 140 mal 200 Zentimeter großen Bett, das sich aus der Couch klappen lässt. Der begehbare Kleiderschrank war eigentlich nur eine Nische, aber durch die offene Anordnung wirkte sie großzügig. Ich habe darauf geachtet, dass die Kleiderbügel auf einer Höhe hängen, die auch große Mäntel aufnimmt, etwa 170 Zentimeter.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Wahl der Sitzmöbel. Ich entschied mich für eine Kanapa Z Funkcją Spanii, die ich direkt neben den Herd stellte. Sie hat eine klare Linie und ist mit einer Tapicerka Welurowa bezogen, die sich angenehm anfühlt und leicht zu reinigen ist. Wenn ich koche, kann ich mich kurz hinsetzen, um die Zutaten zu schneiden, und abends klappe ich sie aus, um einen Übernachtungsgast unterzubringen. Der Mechanizm DL, den ich dafür ausgewählt habe, funktioniert reibungslos und benötigt keinen zusätzlichen Platz zum Ausklappen. Das war ein echter Gamechanger für meine kleine Küche.
Doch die wahre Kunst liegt oft im Wohnzimmer. Tagsüber soll es einladend wirken, mit einer gemütlichen Ecke zum Lesen und einem Platz für den Kaffee mit Freunden. Nachts aber brauche ich manchmal ein zweites Bett. Da darf es dann ruhig eine hochwertige Schlafcouch sein. Ich habe mich lange umgesehen und festgestellt, dass eine kanapee mit funktion schlafen, wenn sie eine vernünftige Matratze hat, tagsüber wirklich als bequeme Sitzgelegenheit taugt und nicht wie ein provisorisches Feldbett aussieht.
Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt, ist der ewige Kampf um den Stauraum. In meiner ersten eigenen Wohnung stapelten sich die Winterdecken auf dem Kleiderschrank, und jedes Mal, wenn ich einen Pullover holen wollte, fiel mir fast alles auf den Kopf. Die Lösung war für mich ein Bett mit einem großzügigen Bettkasten, in dem ich nicht nur Bettwäsche, sondern sogar den Koffer und die Weihnachtsdeko unterbringen kann. Das ist für mich die Essenz von intelligentem Wohnen: Jeder Quadratzentimeter wird genutzt, und das möglichst elegant.
Ich erinnere mich an eine Übernachtung meiner Cousine. Nach einem langen Abend standen wir vor der Frage, wo sie schlafen soll. Früher hätte ich mit Kissen und Decken auf dem Boden improvisiert. Heute klappe ich einfach die Rückenlehne meiner Couch um, und innerhalb von dreißig Sekunden habe ich ein richtiges Bett. Der integrierte Bettkasten darunter bietet sogar Platz für das Überbettzeug. Diese Flexibilität ist für mich die Definition von intelligentem Wohnen: ein Möbelstück, das zwei Leben lebt.
Ich rate immer dazu, auf eine hochwertige Matratze zu achten, auch wenn der begehbare Kleiderschrank im Vordergrund steht. Ein 16 cm dicker Matratzenaufsatz aus Kaltschaum auf einem Lattenrost sorgt für erholsamen Schlaf, egal ob für Gäste oder für einen selbst. Der Rest des Raums bleibt für Kleidung und Accessoires reserviert. Ein Beispiel aus einer kleinen Wohnung in Köln: Der begehbare Kleiderschrank war nur ein Meter breit, aber durch die Nutzung der Höhe von 250 Zentimetern entstanden drei Ebenen. Ganz oben lagerten Koffer, in der Mitte hingen Blusen, unten standen Schuhe. Das Bett mit einem Bettkasten darunter nahm die restliche Fläche ein. Der Gast schlief auf einem 140 mal 200 Zentimeter großen Bett, das nachts bequem war. Die Kombination aus offenem Kleidersystem und Bettkasten funktioniert perfekt, weil man alles griffbereit hat, ohne dass es chaotisch wirkt.
Ich lernte auch, dass die Anordnung der Möbel entscheidend ist. Statt die Küchenzeile an einer Wand zu haben, ließ ich sie in L-Form um die Ecke bauen. So entstand eine kleine Nische, in die die Couch perfekt passt. Der Esstisch ist ein Klappmodell, das ich nur bei Bedarf aufstelle. Wenn ich Gäste habe, schiebe ich die Couch zur Seite und der Raum verwandelt sich in ein Esszimmer. Diese Flexibilität ist das Herz der Funktionalen Küche. Ich habe sogar einen kleinen Schrank mit Rollen, der als Arbeitsfläche dient und bei Bedarf unter die Arbeitsplatte geschoben wird.