Ein häufiger Fehler ist das Aufhängen am oberen Rand mit der Begründung, das Papier hänge sich von selbst aus. Das Gegenteil tritt ein: Die untere Kante rollt sich nach vorn, weil das Eigengewicht die Spannung nicht in die Fläche bringt. Ebenso problematisch ist das Ankleben nur an den Ecken. Die Mitte bleibt ungehalten, und bei trockener Raumluft entstehen Spannungsrisse oder Beulen. Besser ist eine Befestigung entlang der gesamten oberen Kante, kombiniert mit einem stabilen Träger, etwa einem festen Karton oder einer Leiste, auf die das Papier vorher aufgezogen wird.
Ein weicher Bleistift verliert sich auf grobem Relief, ein Kugelschreiber drückt sich in die Prägung und hinterlässt eine Delle. Am zuverlässigsten ist ein feiner, harter Bleistift oder ein dünner Filzstift in einer Kontrastfarbe zur Tapete. Auf hellen, unregelmäßigen Mustern hilft ein kleines Stück Kreppband direkt über der Stelle: Darauf lässt sich präzise zeichnen, und nach dem Bohren zieht man es ohne Rückstände ab. Das Band darf aber nicht verrutschen, deshalb vor dem Markieren andrücken und die Kante als Bezugspunkt nutzen.
Beim Eindrehen der Haken ist darauf zu achten, dass sie vollständig im Dübel sitzen und nicht nur in der Putzschicht greifen. Drehe sie handfest ein, ohne sie zu überdrehen, und prüfe anschließend mit einem kurzen Zug nach unten und vorn, ob sie fest sitzen. Ein weiterer typischer Fehler: Die Haken werden unterschiedlich tief eingedreht, sodass der Gegenstand aufliegt und die Last auf nur einem Haken hängt. Nutze eine Zange oder einen Schraubendreher als Hebel, um beide Haken gleich weit herauszuziehen.
Für Vorhänge und Gardinen ist der Abstand zur Decke ebenfalls entscheidend. Eine Stange knapp unter der Decke lässt den Raum höher erscheinen, erfordert aber eine Montage, die nicht in die Decke selbst bohrt, wenn diese aus Beton mit Fußbodenheizung besteht. Hier lohnt es sich, vorher zu prüfen, wo Leitungen und Rohre verlaufen. Ein typischer Fehler ist, die Stange erst nach dem Kürzen der Gardine zu montieren: Dann fehlen oft einige Zentimeter, und der Stoff schleift am Boden.
Feuchtigkeit ausgleichen, nicht wegdrücken Bei einem zu trockenen, nach oben gewölbten Rand hilft kontrollierte Befeuchtung. Das Blatt wird auf eine glatte, saugfähige Unterlage gelegt, der wellige Rand mit einem feinen Zerstäuber nur nebelfeucht besprüht und anschließend zwischen zwei sauberen, trockenen Papierbögen flach beschwert. Wichtig ist, das Papier nicht in einem Durchgang zu durchnässen. Besser ist es, in mehreren kurzen Abständen zu arbeiten und dem Papier zwischen den einzelnen Schritten Zeit zu geben, die Feuchtigkeit gleichmäßig zu verteilen.
Wer den Abstand dokumentiert, erspart sich späteres Nachmessen. Eine einfache Skizze mit den Maßen an mehreren Punkten reicht aus. Wichtig ist, immer von derselben Bezugskante aus zu messen und die Werte mit Datum zu notieren. So lassen sich Möbel, Leuchten und Aufhängungen gezielt auswählen, ohne dass nach der Montage Überraschungen entstehen.

Für Wandregale und Hängeschränke zählt nicht nur der Gesamtabstand, sondern auch die Höhe der Montagepunkte. Ein Schrank, der oben bis auf wenige Zentimeter an die Decke reicht, lässt sich nicht mehr aushängen, wenn die Deckenschräge oder eine Leiste im Weg ist. Deshalb vor dem Bohren die Position der Dübel und die Bewegungsfreiheit nach oben prüfen. Ein häufiger Fehler ist, nur in der Mitte des Raumes zu messen und die Ränder zu ignorieren. Gerade unter Dachschrägen und in Altbauten weicht der Abstand an den Wänden deutlich ab.
Wellige Ränder entstehen fast immer durch ungleichmäßige Feuchtigkeitsaufnahme. Das Papier gibt an den offenen Schnittkanten schneller Wasser ab oder nimmt es auf als in der Mitte, die Fasern arbeiten unterschiedlich, und der Rand zieht sich zusammen oder bäumt sich auf. Bevor irgendetwas geglättet wird, muss deshalb geklärt werden, in welche Richtung die Welle läuft: Liegt der Rand nach oben, ist die Kante zu trocken; wölbt er sich nach unten, hat sie zu viel Feuchtigkeit gezogen. Diese Unterscheidung entscheidet über die gesamte Vorgehensweise und wird häufig übersprungen.
Nach dem Glätten lohnt ein Blick auf die Ursache. Häufig liegt sie in der Lagerung: Papier, das nahe einer Heizung oder in einem feuchten Raum liegt, wellt sich an den Rändern schneller. Wer empfindliche Bögen flach, dunkel und bei möglichst stabiler Luftfeuchtigkeit aufbewahrt, erspart sich einen großen Teil der Nacharbeit. Und wer das Papier vor dem Verarbeiten einige Zeit an die Umgebung anpassen lässt, verhindert, dass die Welle erst nach dem Druck oder der Weiterverarbeitung sichtbar wird.
Ein Spot auf einem Bild wirkt nur dann, wenn der Kontrast zwischen hell und dunkel gewollt aussieht. Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Lichtmenge, sondern die falsche Platzierung: Wer den Spot direkt auf das Motiv setzt, das ohnehin schon die größte Helligkeit im Bild hat, gewinnt nichts. Der Blick braucht einen dunkleren Umraum, damit der helle Punkt überhaupt als hell gelesen wird. Bevor man also eine Lampe aufstellt, prüft man das Bild ohne zusätzliches Licht und markiert die Stellen, die bereits Zeichnung haben – dort darf später kein Spot hin.