Nach dem Ausbeulen lohnt eine Kontrolle der Umgebung. Mit einem geraden Lineal oder einer geraden Kante über die Fläche fahren und prüfen, ob sich der Rahmen verzogen hat. Sind Spalte ungleichmäßig oder schließt eine Tür nicht mehr sauber, war der Druck zu hoch. In diesem Fall hilft nur, die Stelle erneut zu erwärmen und mit deutlich weniger Kraft nachzuarbeiten. Rost an der bearbeiteten Stelle zeigt sich oft erst Wochen später, deshalb die Innenseite mit einem geeigneten Schutzmittel behandeln, sobald sie zugänglich ist.
Ein typischer Fehler ist der Griff zur Sprühflasche mit direktem Strahl. Wer aus kurzer Distanz auf das Leder sprüht, erzeugt sichtbare Tropfen, die in Nähte und Poren laufen. Besser ist ein feiner Nebel aus mindestens dreißig Zentimetern Abstand, aufgetragen über einen Schwamm oder ein weiches Tuch, nicht direkt auf das Material. So bleibt die Feuchtigkeit an der Oberfläche und lässt sich sofort abnehmen, bevor sie bindet. Nach dem Auftragen immer mit einem trockenen Tuch nachwischen, auch wenn nichts sichtbar nass erscheint.
Vor dem eigentlichen Reinigen wird die Sitzfläche gründlich abgesaugt, am besten mit einer weichen Bürstendüse. Krümel, Sand und Staub wirken sonst wie Schleifpapier, sobald sie mit Reinigungsmittel angefeuchtet und beim Wischen über das Leder gezogen werden. Besonders in den Fugen zwischen Sitz- und Lehnenfläche sammelt sich Schmutz, der beim normalen Wischen kaum erreicht wird. Anschließend folgt ein Test an einer verdeckten Stelle, etwa an der Unterseite der Sitzfläche: Ein mildes Lederreinigungsmittel wird dort aufgetragen und nach dem Trocknen geprüft, ob die Farbe hält und das Leder nicht spröde wirkt.
Vorbeugen ist einfacher als Trocknen. Zwischen Polster und Wand einen kleinen Abstand halten, damit Luft zirkulieren kann. Nach dem Duschen oder Kochen die Feuchtigkeit nicht in die Wohnräume ziehen lassen, sondern direkt abführen. Getränke nicht auf Polstern abstellen, und nasse Kleidung nicht zum Trocknen darauf legen. Wer diese Punkte beachtet, hält die Feuchtigkeit dort, wo sie hingehört: draußen.
Ein weiterer häufiger Fehler ist das Imprägnieren auf feuchtem Untergrund. Wer Wachs oder Pflegemittel auf ein noch leicht feuchtes Leder aufträgt, schließt die Feuchtigkeit ein. Das Ergebnis zeigt sich Wochen später als harte Stelle oder als grauer Schleier. Deshalb gilt: erst trocknen, dann pflegen, dann erst wieder tragen. Bei stark durchnässtem Leder lieber mehrere Tage warten als eine Stunde zu spät zu handeln.
Für den Alltag reicht meist ein trockener Lappen und etwas Abstand zur Feuchtigkeitsquelle. Nebel, also feiner Sprühnebel oder leichter Nieselregen, ist kein Grund zur Panik, solange das Leder nicht durchgeweicht wird und die Tropfen entfernt werden. Nässe dagegen verlangt sofortige Reaktion und danach Geduld beim Trocknen. Wer diesen Unterschied einmal verinnerlicht hat, behandelt Leder seltener falsch und muss weniger reparieren.
Wo Nässe unbemerkt ins Leder kriecht Die gefährlichen Stellen sind nicht die großen Flächen, sondern Kanten, Nähte, Falten und der Übergang zu Textil oder Gummi. Dort sammelt sich Wasser und verdunstet langsamer. Ein Regenschauer auf dem Weg zum Auto ist meist unproblematisch, weil die Tropfen abperlen. Kritisch wird es, wenn das Leder in einer nassen Tasche liegt, auf einem feuchten Boden steht oder mit durchnässter Kleidung in Kontakt kommt. Auch Schweiß zählt zu den unterschätzten Feuchtigkeitsquellen: Er enthält Salze, die das Leder zusätzlich angreifen und beim Trocknen helle Ränder hinterlassen.
So trocknet ein nasses Polster richtig Bei einem frischen Fleck zählt Schnelligkeit. Flüssigkeit nicht nach innen reiben, sondern mit einem saugfähigen Tuch von außen nach innen abtupfen. Anschließend den Bezug, sofern abnehmbar, öffnen und das Polster aufrecht und mit Abstand zur Wand trocknen lassen. Luft muss an alle Seiten kommen. Ein feuchtes Polster flach auf den Boden zu legen oder eng an die Wand zu schieben, ist ein typischer Fehler: Die Rückseite trocknet dann kaum, und es bildet sich Schimmel genau dort, wo man ihn nicht sieht.
Ein häufiges Problem ist der Geruch. Riecht ein Polster muffig, ist das ein Hinweis auf Feuchtigkeit im Inneren, nicht nur auf der Oberfläche. Dann reicht Lüften allein nicht mehr. Betroffene Polster sollten vollständig durchtrocknen, bevor sie wieder benutzt werden. Bei abnehmbaren Bezügen nach dem Waschen gründlich spülen, denn Rückstände von Reinigungsmitteln binden Feuchtigkeit und ziehen Schmutz an. Auch zu viel Reinigungsmittel ist ein typischer Fehler: Es schäumt, dringt tief ein und verlängert die Trocknungszeit erheblich.
Hinzu kommt die Optik. Wasser dunkelt viele Bezugsstoffe, etwa Baumwolle, Leinen oder Mikrofaser, deutlich ab. Ein feuchter Rand um den ursprünglichen Spritzer lässt den Fleck optisch anwachsen. Trocknet das Wasser, bleibt häufig ein Ring zurück, weil gelöste Stoffe und Fettrückstände an die Trocknungsgrenze wandern. Dieser Rand ist oft hartnäckiger als der eigentliche Fettspritzer.