Vor jeder Methode gilt: Leisten zuschneiden, Gehrungswinkel an den Innenecken prüfen, an Außenecken auf Gehrung oder mit Eckstück arbeiten. Die Wand vorher auf Feuchtigkeit kontrollieren, denn Kleber und Clips auf feuchtem Untergrund lösen sich mit der Zeit. Wer alte Leisten entfernt, sollte Reste von Kleber und Farbe gründlich abkratzen, sonst sitzt die neue Leiste nicht plan.
Für schwere Spiegel gibt es keine pauschale Lösung. Kleben eignet sich für leichte bis mittlere Modelle auf tragfähigem Untergrund, eine Schiene für breite Spiegel mit
verteilter Last, Schrauben bei hohem Gewicht und massiver Wand. Wer unsicher ist, kombiniert Schiene und Schrauben. Und wer gar nicht bohren darf, sollte das Gewicht des Spiegels realistisch einschätzen, bevor er zur Klebepistole greift.
Kleben ist verlockend, weil es ohne Bohren funktioniert und in Mietwohnungen beliebt ist. Entscheidend sind drei Dinge: das
tatsächliche Gewicht des
Spiegels inklusive Rahmen, die Tragkraft des Klebers und die Beschaffenheit des Untergrunds. Auf glatten, tragfähigen Flächen wie Fliesen oder gestrichenem Beton halten moderne Klebesysteme zuverlässig – auf Tapeten, Gipskarton oder feuchten Wänden dagegen kaum. Vor dem Kleben die Wand reinigen, entfetten und vollständig trocknen lassen. Kleber großflächig und gleichmäßig auftragen, den Spiegel einige Minuten fest andrücken und anschließend die vom Hersteller angegebene Aushärtezeit abwarten, bevor der Spiegel belastet wird. Ein häufiger Fehler: Der Spiegel wird zu früh losgelassen oder die Klebefläche ist zu klein gewählt.
Vor dem Kauf die Temperatur im Raum messen, nicht schätzen. Wer im Sommer 26 Grad erreicht und im Winter 20 Grad hält, braucht ein anderes Material als jemand mit stabilen 22 Grad. Der Schmelzpunkt muss zum tatsächlichen Raumklima passen, sonst bleibt das Material dauerhaft fest oder dauerhaft flüssig – beides ohne Nutzen. Auch die Fläche zählt: Wenige kleine Module bringen kaum etwas, sinnvoll sind zusammenhängende Flächen von mehreren Quadratmetern pro Raum.
Die häufigste Methode im Bestand ist das Trockenbau-System mit dünnen Platten, in die Heizrohre eingelegt werden. Der Aufbau beginnt mit einer sauberen, ebenen Fläche; Unebenheiten von mehr als wenigen Millimetern müssen ausgeglichen werden, sonst entstehen Luftpolster und der Belag liegt später hohl. Dämmplatten mit Nuten für die Rohre werden verlegt, die Rohre eingelegt und mit einer Wärmeleitplatte abgedeckt. Auf diese Konstruktion kommt der neue Bodenbelag. Nasssysteme mit Estrich sind im Bestand deutlich aufwendiger, weil der alte Aufbau raus muss und die Trocknungszeit eingeplant werden muss.
Vorwand und Becken zuerst planen, dann fliesen Die Vorwandinstallation bestimmt den Platz für das Handwaschbecken und muss vor der ersten Fliese feststehen. Die Tiefe der Vorwand ergibt sich aus dem Spülkasten und dem Rahmen; üblich sind zwischen zwölf und zwanzig Zentimetern, abhängig vom System. Diese Tiefe vom Rohbaumaß abziehen und prüfen, ob die verbleibende Beckentiefe zur Türöffnung passt. Ein Becken von vierzig Zentimetern Tiefe vor einer zwanzig Zentimeter tiefen Vorwand lässt in einem schmalen Raum kaum Bewegungsfreiheit. Auch die Höhe der
Oberkante ist zu klären: Sie liegt meist zwischen neunzig und einhundert Zentimetern über dem Fertigfußboden, und die Armatur muss darüber erreichbar bleiben.
Schiene und Schrauben: wo die Last wirklich hängt Eine Montageschiene wird mit mehreren Dübeln in der Wand verankert und verteilt das Gewicht über die gesamte Länge. Das ist bei breiten Spiegeln deutlich stabiler als zwei einzelne Schrauben. Wichtig: Die Schiene muss waagerecht sitzen, sonst hängt der Spiegel schief und die Last verteilt sich ungleichmäßig. Bei der Montage die Bohrlöcher exakt nach der Schiene anzeichnen, mit der Wasserwaage kontrollieren und erst dann bohren. In Gipskartonwänden gehören geeignete Hohlraumdübel verwendet, nicht die mitgelieferten Standarddübel.
Für das Becken gilt dasselbe Prinzip: erst die Einbausituation klären, dann kaufen. Der Ablauf muss über dem vorhandenen Siphon liegen, die Armatur darf nicht mit der Vorwandkante kollidieren, und bei einem wandhängenden Modell ist die Tragfähigkeit des Untergrunds zu prüfen. Bei einer Vorwand aus Trockenbau gehören geeignete Anker oder ein eingebautes Trageprofil dazu. Wer das Becken erst nach dem Fliesen auswählt, riskiert, dass die Bohrlöcher in eine Fuge fallen oder die Armatur zu weit von der Wand entfernt sitzt.
Ein typischer Fehler ist die falsche Belastungsverteilung. Schwere Gegenstände gehören nah an die Wand und möglichst über einen Träger, nicht an die freie Brettkante. Die Brettdicke muss zum Träger passen: Zu dünne Böden biegen sich durch, zu dicke lassen sich nicht sauber in die Aufnahmen schieben. Bei langen Regalen über einem Meter sollte zusätzlich ein Träger in der Mitte sitzen. Und: Aluminium ist leicht, aber nicht unbegrenzt belastbar. Die angegebene Traglast gilt pro Träger und pro Wand, nicht für das gesamte Regal.