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Ein fugenloses Bad steht und fällt mit dem Untergrund, nicht mit der Oberfläche. Wer Mikrozement, Tadelakt oder HPL verarbeitet, muss zuerst klären, wie steif und wie trocken der Wandaufbau ist. Auf Gipskarton halten alle drei Systeme nur, wenn die Platten doppelt belegt, verschraubt und die Stöße verspachtelt sowie armiert sind. Auf alten Fliesen ist ein Haftgrund Pflicht, sonst löst sich die Spachtelmasse flächig ab. Besonders im Nassbereich gilt: Bewegungsfugen aus dem Rohbau nicht mit starrem Material überspachteln, sondern mit einem dehnfähigen Dichtband überbrücken.

Zugluft an der Haustür bemerkt man meist zuerst an den Füßen: kalte Luft streicht über den Boden, der Flur wird zum Kältesack, und die Heizung im Wohnzimmer arbeitet gegen eine Undichtigkeit an, die sie nie erreicht. Bevor irgendetwas gekauft oder montiert wird, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. Der klassische Test ist die Kerzen- oder Räucherstäbchenprobe: Bei geschlossener Tür und abgeschalteter Lüftung langsam an der Türkante entlangfahren, unten am Boden beginnen, dann die senkrechten Fugen bis zum Rahmen und schließlich die Schwelle. Flackert die Flamme, ist die Stelle gefunden. Alternativ ein Blatt Papier in die Tür klemmen und ziehen – lässt es sich zu leicht herausziehen, sitzt die Dichtung nicht stramm.

Rahmen, Fugen und die Unterseite richtig abdichten Für die senkrechten und oberen Türfugen gibt es selbstklebende Dichtprofile aus Gummi oder Schaumstoff in verschiedenen Querschnitten. Entscheidend ist die richtige Dicke: Zu dünn dichtet nicht, zu dick lässt die Tür nicht mehr schließen oder drückt das Schließblech aus der Verankerung. Vor dem Kauf den Spalt mit einem Stück Knete oder einem dünnen Draht messen und das Profil danach auswählen. Die Klebefläche muss fettfrei und trocken sein, sonst löst sich das Profil nach wenigen Wochen wieder. Ein typischer Fehler ist, das Profil über eine bereits vorhandene, verhärtete Dichtung zu kleben statt die alte vorher zu entfernen.

Undichtigkeiten sitzen außerdem oft nicht an der Tür selbst, sondern im Rahmen: Fugen zwischen Zarge und Wand, ein ungenau eingebautes Schloss oder ein Briefkastenschlitz. Solche Spalte lassen sich mit dauerelastischer Fugenmasse oder geeigneten Dichtbändern verschließen. Bei der Montage von Dichtungen generell gilt: Erst reinigen, dann kleben, dann die Tür mehrfach schließen und prüfen, ob sie noch leicht ins Schloss fällt. Nachjustieren der Schließbleche oder Bänder ist oft nötig und günstiger als eine neue Tür.

Vor dem Zuschnitt die Heizkörperfläche ausmessen und die Folie einige Zentimeter überstehen lassen – aber nicht bis zum Boden führen, denn dort braucht die Konvektion freien Raum. Die Folie wird in der Regel zwischen den Wandhaltern des Heizkörpers durchgeschoben oder in Streifen geschnitten und passend eingeklemmt. Bei verstellbaren Halterungen lässt sich der Heizkörper kurz aushängen, was die Arbeit deutlich erleichtert. Wer den Heizkörper nicht anheben will, arbeitet mit mehreren schmalen Bahnen, die überlappend hinter die Streben geschoben werden.

Mikrozement wird in mehreren dünnen Schichten aufgetragen, jede Lage trocknet nur wenige Stunden. Typischer Fehler: zu dick in einem Arbeitsgang, dann entstehen Risse und Wolken. Zwischen den Lagen leicht anschleifen, Staub absaugen, dann weiter. Die Versiegelung entscheidet über die Dichtheit – zwei bis drei Schichten, mit ausreichender Trockenzeit dazwischen, sonst bleibt die Oberfläche fleckig und wasserdurchlässig. In der Dusche zusätzlich vorher eine Verbundabdichtung einbauen, denn Mikrozement allein ist keine Abdichtung im Sinne der Norm.

Die Abdichtung folgt einer festen Reihenfolge: Untergrund grundieren, Ecken und Anschlüsse mit Dichtband und Flüssigabdichtung armiert, dann flächig zwei Schichten auftragen, jede mindestens so dick, dass sie deckt. Wandanschlüsse an Wanne und Duschtasse mit Dichtband überbrücken, nicht nur mit Silikon füllen. Bei HPL-Platten die Rückseite und die Schnittkanten versiegeln, sonst quillt der Träger auf. Ein häufiger Fehler ist das Abdichten auf feuchtem Untergrund: Dann haftet nichts, und die Feuchtigkeit bleibt eingeschlossen.

Eine dichte Tür allein spart noch nicht viel, wenn der Flur anschließend über eine kalte Kellerwand oder ein offenes Treppenhaus ausgekühlt wird. Nach dem Abdichten ist deshalb ein Blick auf die gesamte Schwelle sinnvoll: Liegt der Flur direkt über einem unbeheizten Bereich, kann eine zusätzliche Dämmmatte unter der Bodendichtung helfen. Und wer nach dem Abdichten feststellt, dass die Tür zwar dicht, aber die Wohnung nun schlechter belüftet ist, sollte bewusst stoßlüften, statt die Dichtung wieder zu entfernen. Der Effekt zeigt sich ohnehin nicht am Thermometer, sondern an der Heizkostenabrechnung im Folgejahr.

Die häufigste Ursache sitzt unten. Zwischen Türblatt und Boden bleibt konstruktionsbedingt ein Spalt, weil die Tür sonst auf dem Boden schleifen würde. Hier helfen zwei grundsätzlich verschiedene Lösungen: eine aufschraubbare oder aufklebbare Bürstendichtung am Türblatt oder eine absenkbare Bodendichtung, die beim Schließen automatisch nach unten fährt. Die Bürstendichtung ist schnell montiert, aber sie verschleißt und arbeitet nur bei wirklich gleichmäßigem Boden. Die absenkbare Variante ist aufwendiger einzubauen, dafür dichtet sie zuverlässig und wird beim Öffnen wieder angehoben. Wer eine unebene Schwelle hat, sollte vor der Montage mit einem Lineal prüfen, wie viel Spiel an jeder Stelle bleibt – sonst dichtet die Bürste an einer Ecke und an der anderen gar nicht.
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