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Zuerst wird der Untergrund vorbereitet. Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein oder Lehm muss sauber, tragfähig und frei von Staub, Öl und losen Teilen sein. Alte Tapetenreste und Farbschichten mit sperrender Wirkung werden entfernt. Saugende Untergründe wie Porenbeton oder Lehmsteine werden mit einer Kalkmilch oder einem Haftgrund vorgespritzt, damit der Putz nicht zu schnell Wasser verliert. Bei glatten Betonflächen ist ein Putzträger oder eine Aufrauung nötig, sonst haftet der Kalkputz nicht dauerhaft.

Auch der Unterbau verdient Aufmerksamkeit. Zwischen Arbeitsplatte und Korpus gehört eine dichte Trennung, sonst zieht Feuchtigkeit in das Trägermaterial. Bei Platten mit dünnem Träger sind Trageprofile oder zusätzliche Auflagen sinnvoll. Denken Sie an die Aussparung für den Geschirrspüler, falls dieser unter der Platte steht: Ohne ausreichende Luftzirkulation entsteht dort Kondenswasser. Und planen Sie die Armaturenbohrung erst, wenn die Spüle endgültig positioniert ist, denn ein falsch gesetztes Loch lässt sich nicht zurücknehmen.

Wer unsicher ist, ob die alte Halterung noch erhältlich ist, kann das ausgebauten Teil als Muster mitnehmen. Beim Kauf ist auf den Lochabstand und die Richtung der Halterung zu achten – linke und rechte Ausführungen sind nicht identisch. Nach dem Einbau sollte die Tür mehrmals geöffnet und geschlossen werden, um zu prüfen, ob sie gleichmäßig läuft und nirgends schleift. Mit dieser Vorgehensweise hält die Reparatur in der Regel viele Jahre, ohne dass der gesamte Schrank erneuert werden muss.

Typische Fehler: zu große Möbel, die den Weg um mehr als ein Drittel verengen. Ein Regal, das bis zur Decke reicht, lässt den Raum niedrig erscheinen und nimmt Tageslicht. Ein Teppich mit hohem Flor lässt sich schlecht reinigen und sammelt Staub in Laufstraßen. Und wer die Leseecke direkt neben den Fernseher stellt, wird nie in Ruhe lesen. Halte mindestens zwei Meter Abstand zu laufenden Bildschirmen und Telefonen.

Licht und Textilien entscheiden über Gemütlichke

Typische Fehler sind ein zu trockener Untergrund, zu dicke Lagen in einem Arbeitsgang und das Trocknen bei offenem Fenster oder starker Heizung. Kalkputz braucht Feuchtigkeit zum Abbinden, nicht Wärme. Risse entstehen oft, weil die zweite Lage zu nass auf die erste aufgetragen wird oder weil der Putz zu schnell austrocknet. Wer sich unsicher ist, sollte zunächst eine kleine Fläche probieren und die Verarbeitungszeit beobachten.

Kalkputz ist ein traditioneller Baustoff, der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt, alkalisch wirkt und Schimmel kaum eine Chance lässt. Für eine Innenwand eignet er sich besonders in Schlafräumen, Fluren und Altbauten, wo ein diffusionsoffener Untergrund gewünscht ist. Wer ihn selbst verarbeiten will, sollte sich Zeit nehmen, denn Kalkputz verzeiht weniger Fehler als Gipsputz. Die Verarbeitungstemperatur liegt idealerweise zwischen 10 und 25 Grad, direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft sind zu vermeiden.

Ein zweiter typischer Fehler ist die fehlende Abdichtung der Anschlussfugen. Dämmstoff allein dämmt nur dann, wenn keine Luft daran vorbeiströmt. Die Fugen zwischen Kasten und Wand sowie rund um die Klappe sollten mit einem dauerelastischen Dichtstoff oder geeigneten Dichtbändern verschlossen werden. Vorsicht bei Bauschaum: Er kann den Kasten verformen und den Rollladen blockieren. Wer unsicher ist, dichtet nur die zugänglichen Fugen ab und lässt den Rest von einer Fachkraft prüfen.

Nach dem Aushärten kann die Oberfläche je nach Wunsch gefilzt, geglättet oder mit Kalkfarbe gestrichen werden. Ein Anstrich mit Kalkfarbe passt zum Untergrund und erhält die Feuchtigkeitsregulierung. Bis der Putz vollständig durchgetrocknet ist, vergehen je nach Schichtdicke mehrere Wochen. Erst danach sollten schwere Lasten wie Regale mit Dübeln befestigt werden, denn frischer Kalkputz ist noch weich und wenig belastbar.

Mischen, Auftragen, Verdichten Kalkputz wird in der Regel als Trockenmörtel geliefert und mit Wasser angerührt. Die genaue Wassermenge steht auf dem Gebinde; zu viel Wasser schwächt die Festigkeit, zu wenig macht die Verarbeitung zäh. Mit einem Rührwerk langsam anmischen und einige Minuten reifen lassen, danach nochmals kurz durchrühren. Der Putz wird in zwei Lagen aufgetragen: eine dünne Grundlage, die leicht antrocknet, und eine dickere Lage bis zur gewünschten Wandstärke. Mit der Kelle grob verteilen, dann mit einem Brett oder einer langen Richtlatte abziehen.

Nach dem Abziehen folgt das Verdichten. Sobald der Putz leicht anzieht, wird er mit einem Schwammbrett oder einer Filzscheibe bearbeitet, um Risse zu vermeiden und die Oberfläche zu schließen. Zu frühes Glätten zieht Wasser an die Oberfläche und führt zu einer schwachen, mehligen Schicht. Zu spätes Bearbeiten hinterlässt harte Kanten und Unebenheiten. In trockenen Räumen kann der Putz nach einigen Stunden mit einem feinen Nebel befeuchtet werden, damit er langsam aushärtet.
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