Im kleinen Bad zählt jeder Zentimeter. Eine Duschrinne quer zur Laufrichtung spart Platz, ein Linienablauf an der Wand erleichtert das Reinigen. Glaswände statt gemauerter Trennwände halten den Raum optisch offen und verhindern zugleich, dass Spritzwasser das ganze Bad erreicht. Wer auf eine Duschwanne verzichtet, gewinnt Stellfläche, verliert aber den Rückstauschutz, den eine Wanne mit integriertem Geruchsverschluss mitbringt. Ein trockenlaufender Siphon mit ausreichender Sperrwasserhöhe ist deshalb Pflicht, sonst riecht das Bad nach Abwasser.
Der Bodenaufbau entscheidet über die Machbarkeit In der Praxis gibt es zwei Wege. Bei ausreichender Aufbauhöhe wird der Boden im Duschbereich abgesenkt und eine fertige Duschrinne mit passendem Gefällekörper einbetoniert. Bei geringer Höhe kommt ein flacher Duschboardsystem zum Einsatz, das direkt auf den vorhandenen Estrich gesetzt wird. Beide Varianten verlangen eine fachgerechte Abdichtung nach den anerkannten Regeln der Technik. Die Verbundabdichtung muss flächig auf dem Untergrund haften und mindestens zwanzig Zentimeter über die Duschfläche hinausreichen. An Wandanschlüssen und Ecken werden Dichtbänder eingelegt. Fehlt diese Abdichtung oder wird sie nur gestrichen statt mit Gewebe armiert, dringt Wasser langfristig in die Decke.
Die Arbeitsfläche entscheidet über den Alltag Zwischen Spüle, Herd und Kühlschrank sollte zusammenhängend mindestens 60 Zentimeter Arbeitsfläche liegen, besser 80 Zentimeter. In kleinen Altbauküchen wird dieser Bereich gern zugunsten von Schränken geopfert. Das rächt sich bei jedem Kochen. Prüfen Sie außerdem die Türanschläge: Eine Tür, die in die Küche hinein öffnet, blockiert oft genau die Fläche, auf der ein Schrank stehen könnte. Eine Lösung ist der Ausbau der Tür oder ein Schiebeelement.
Das Gefälle ist die häufigste Fehlerquelle. Für einen sauberen Ablauf sind etwa ein bis zwei Prozent Neigung zum Ablauf hin nötig, gleichmäßig und ohne Mulden. Wird zu stark geneigt, rutscht man auf nassen Fliesen, wird zu schwach geneigt, bleibt Wasser stehen. Wer das Gefälle selbst einschätzt, unterschätzt meist den Höhenunterschied zwischen Duschrand und Ablauf. Deshalb gehört die Planung der Entwässerungsebene an den Anfang, nicht ans Ende.
Stabilität beginnt beim Zuschnitt und den Verbindungen Der Korpus besteht aus zwei Seitenteilen, einer Rückwand, einem Boden und einer Deckplatte. Letztere dient gleichzeitig als Sitzfläche und muss klappbar sein, wenn der Stauraum von oben zugänglich sein soll. Zeichne alle Teile vor dem Sägen auf, damit die Maserung später nicht gegen die Optik arbeitet. Nutze eine Schiene oder ein Richtscheit als Führung für die Handkreissäge. Ein häufiger Fehler ist, die Seitenteile zu kurz zu sägen, weil die Deckplatte aufliegen soll. Rechne die Materialstärke immer mit ein.
Reines Schleifen eignet sich, wenn nur zwei oder drei dünne Schichten vorhanden sind. Begonnen wird mit Korn 60 oder 80 auf einem Exzenterschleifer, danach folgen 120 und 180. Der Druck bleibt gering, das Gerät wird flach geführt, sonst schleift sich eine Mulde in den Balken. Bei Profilen, Kanten und Übergängen zur Wand kommt ein Schleifklotz oder Schleifschwamm zum Einsatz. Von Hand wird immer in Faserrichtung gearbeitet. Querschliff hinterlässt Kratzer, die auch der Deckanstrich später zeigt.
Zuerst muss die Wand beschaffen sein. Eine Klemmstange braucht zwei stabile, parallele Flächen mit ausreichendem Abstand – typischerweise zwischen zwei Wänden oder zwischen Wand und gegenüberliegender Duschwand. Der Abstand wird vor dem Kauf exakt gemessen, und zwar an der Stelle, an der die Stange später sitzen soll, nicht am Boden. Fliesen sind meist eben, aber Fugen, Silikonfugen und Wandschrägen können die Auflagefläche stören. Eine Wasserwaage zeigt sofort, ob die gegenüberliegenden Flächen wirklich parallel sind.
Typische Fehler wiederholen sich: fehlendes Gefälle, zu dünne Estrichschicht, vergessene Abdichtung unter dem Fliesenkleber, Ablauf ohne ausreichenden Querschnitt und Fliesen, die im Duschbereich nicht rutschhemmend sind. Auch die Türschwelle wird oft vergessen. Wer die Dusche bodengleich plant, muss den Übergang zum übrigen Boden lösen, etwa mit einer Entwässerungsrinne vor der Tür oder einem leichten Gefälle im gesamten Bad. Sonst läuft das Wasser aus dem Duschbereich in den Flur.
Eine bodengleiche Dusche ohne Schwelle wirkt in einem kleinen Bad großzügig, weil die lästige Stufe wegfällt und der Blick frei über den Boden läuft. Entscheidend ist nicht die Optik, sondern der Aufbau unter dem Fliesenbelag. Bevor irgendetwas bestellt oder abgerissen wird, muss die Bodenkonstruktion geklärt sein: Massivdecke oder Holzbalkendecke, Aufbauhöhe bis zur Oberkante Fertigboden und der Verlauf der Abwasserleitung. Steht die Duschfläche weit vom Fallrohr entfernt, reicht das natürliche Gefälle oft nicht aus. Dann braucht es eine Hebeanlage oder eine Pumpe, die Abwasser aktiv fördert.