Bevor ein einziges Loch gebohrt wird, steht die Entscheidung: offene Garderobe oder geschlossener Schrank. Der Unterschied liegt nicht im Geschmack, sondern in den Maßen. Offene Systeme brauchen mehr Tiefe, weil Jacken und Mäntel seitlich über die Kleiderstange hinausragen. Geschlossene Schränke bündeln alles hinter Türen, verlangen aber eine größere Grundfläche. Messen Sie zuerst den Flur aus: Länge der Wand, Breite der Durchgänge und die Höhe bis zur Decke. Bleiben nach Abzug der Garderobe weniger als 90 Zentimeter Durchgangsbreite übrig, wird der Flur zur Engstelle.

Die Montage beginnt mit der Wasserwaage, nicht mit dem Bohrer. Zeichnen Sie die Höhe der Stange an der Wand an und übertragen Sie die Punkte auf beiden Seiten. Bei Schienensystemen wird zuerst die Trägerschiene befestigt, danach die Konsolen. Achten Sie darauf, dass die Schiene waagerecht sitzt, sonst wandern die Bügel von selbst zur Seite. Für schwere Lasten sind zwei Befestigungspunkte pro Meter Pflicht. Dübel und Schrauben müssen zum Wandmaterial passen: Beton braucht andere als Gipskarton. Nach dem Anbringen folgt der Belastungstest mit einem schweren Mantel, bevor die gesamte Garderobe eingehängt wird.
Licht und Farbe entscheiden über die Wahrnehmung Ein schmaler Gang mit einer einzelnen Deckenleuchte in der Mitte erzeugt genau die Schatten, die ihn noch enger erscheinen lassen. Besser sind zwei bis drei flache Lichtquellen, die die Wände gleichmäßig anstrahlen, etwa Wandanschlüsse in Knie- und Augenhöhe oder ein umlaufendes Lichtband an der Decke. Auf indirektes Licht achten, damit keine harten Schatten auf den Boden fallen. Bei den Farben gilt: Wände, Decke und Türen im selben hellen Ton halten den Raum zusammen, ein dunkler Boden verankert ihn optisch und lässt die Wände heller erscheinen. Ein vertikaler Streifen oder eine schmale, hochformatige Wandfläche zieht den Blick nach oben und streckt den Flur.
Die Höhe hängt vom Leuchtentyp ab. Eine offene Kugel oder ein Schirm, der nach unten abstrahlt, darf tiefer hängen, weil das Licht direkt auf die Tischplatte fällt. Eine Leuchte mit breitem, flachem Schirm oder mit seitlicher Abstrahlung sollte höher sitzen, sonst blendet sie die Sitzenden. Bei mehreren kleinen Pendeln über einer langen Tafel gilt: Abstand zwischen den Leuchten etwa 60 bis 80 Zentimeter, gemessen von Mitte zu Mitte. Bei drei Leuchten über einem 180 Zentimeter langen Tisch ergibt das gleichmäßige Licht ohne dunkle Zonen.
Auszüge, die wirklich laufen Für schwere Schubladen sind Kugelauszüge mit Vollauszug die richtige Wahl. Sie tragen Lasten bis 45 kg und laufen auch bei Nässe und Staub zuverlässig. Teilauszüge sparen Geld, zwingen aber zum Umgreifen. Die Schubladenbreite richtet sich nach der Innenbreite des Rahmens minus zwei Zentimeter pro Seite für die Führung. Ein häufiger Fehler: Die Schubladen werden zu breit gebaut, klemmen dann und lassen sich nur mit Gewalt öffnen. Die Schubladenfront sollte bündig mit dem Rahmen abschließen, sonst entstehen Stolperkanten.
Ein häufiger Fehler ist die falsche Größe. Ein Segel, das über die Brüstung hinausragt, schlägt bei Wind gegen die Scheibe oder reißt die Halterung aus. Messen Sie die maximale Spannweite und ziehen Sie zehn Zentimeter ab. Ein zweiter Fehler: den Stoff dauerhaft ausgefahren lassen. UV-Strahlung und Nässe zerstören jede Gewebebeschichtung innerhalb weniger Jahre. Abends einfahren oder abbauen, auch wenn es lästig ist.
Ein Flur von einem Meter Breite wirkt auf den ersten Blick wie ein Durchgang, nicht wie ein Raum. Genau diese Annahme führt zu den meisten Fehlern: Wer den Gang nur als Verkehrsfläche behandelt, stellt Regale an die Wand, die den Durchgang auf sechzig Zentimeter verengen, und wundert sich, warum jeder Weg zum Bad zur Slalomstrecke wird. Sinnvoller ist es, die Breite zuerst zu sichern und den Stauraum in die Tiefe zu verlagern. Als Faustregel gilt: Mindestens neunzig Zentimeter lichte Breite bleiben frei, damit zwei Personen aneinander vorbeikommen oder eine Person mit Einkaufstasche und geöffneter Tür hantieren kann.
Die Planung beginnt mit der Matratzengröße. Ein Bett für eine 90x200-Matratze braucht eine Liegefläche von mindestens 96x206 cm, damit die Matratze nicht verrutscht. Darunter liegt der Stauraum. Übliche Schubladenhöhen liegen zwischen 15 und 22 cm – das reicht für Bettwäsche, nicht für dicke Decken. Wer mehr Platz braucht, plant eine Bettrahmenhöhe von 45 bis 55 cm. Zu niedrige Rahmen sehen zwar modern aus, lassen aber keine Auszüge zu. Typischer Fehler: Die Schubladen werden nach dem Zusammenbau geplant, dann fehlt der Platz für die Führungsschienen.
Der Korpus besteht aus 18 mm starkem Sperrholz oder Leimholz. Spanplatten sind billiger, halten aber Schrauben schlechter. Die Verbindung erfolgt mit Dübeln und Schrauben, nicht nur mit Schrauben in die Stirnseite – das reißt aus. Der Boden der Schublade wird in eine Nut geschoben, nicht von unten angeschraubt. So trägt er das Gewicht besser.