Welches System passt zur Wand und zur Nutzung? Drei Grundsysteme haben sich bewährt. Erstens das Schienensystem an der Wand: Eine durchgehende Schiene nimmt Haken, Körbe und Kleiderstangen auf, lässt sich aber nur dort montieren, wo die Wand tragfähig ist. Zweitens das Standsystem mit zwei Wangen und einer Rückwand, das auch vor einer Heizung oder einer Nische funktioniert und später umgebaut werden kann. Drittens die Nischenlösung, bei der Regalböden und Stangen zwischen zwei Wände gespannt werden. Für schmale Flure ist das Schienensystem meist die bessere Wahl, weil es bündig abschließt und keine Füße im Weg stehen.
Sinnvoll ist eine Aufteilung in Zonen: oben ein Fach für selten genutzte Dinge, darunter die Kleiderstange, darunter Haken für Taschen und Jacken, ganz unten Schuhe. Wer diese Reihenfolge einhält, nutzt die Höhe aus und muss nicht bei jedem Anziehen umräumen. Prüfen lässt sich die Planung mit einem einfachen Test: Die Umrisse der geplanten Möbel mit Kreppband auf den Boden kleben und zwei Wochen lang den Alltag damit bestreiten. Was dann stört, stört auch nach der Montage.
Wer Innentüren austauscht, scheitert selten am Einbau selbst. Der häufigste Fehler passiert vorher: Das Falzmaß wird an der alten Tür abgenommen, nicht am Mauerwerk. Alte Zargen sind oft verzogen, aufgefüttert oder mehrfach überstrichen. Wer davon ausgeht, dass das neue Türblatt die Maße der alten Tür übernimmt, kauft regelmäßig die falsche Größe. Gemessen wird das lichte Durchgangsmaß zwischen den fertigen Wandflächen der Öffnung – nicht zwischen einem Zargenfalz, der ohnehin verschwindet.
Die meisten Flurgarderoben werden nicht zu klein geplant, sondern zu knapp. Wer mit dem Maßband erst dann anfängt, wenn die Schrauben schon in der Wand stecken, plant an der Realität vorbei. Zuerst wird der Raum gemessen, nicht die Möbelstücke. Entscheidend sind drei Werte: die Wandlänge zwischen Türrahmen und gegenüberliegender Wand, der Abstand von der Türzarge bis zur ersten Ecke und die lichte Höhe unter einem eventuellen Sturz oder Heizkörper. Diese Zahlen gehören auf ein Blatt Papier, nicht in den Kopf.
Für die Tiefe gilt ein Richtwert: 35 bis 40 Zentimeter reichen für Kleiderbügel an einer Stange, gemessen von Wand bis Bügelvorderkante. Bei 60 Zentimetern lassen sich Jacken und Mäntel quer hängen, was Platz für mehr Stücke schafft, aber den Gang verengt. Bleiben nach Abzug der Garderobentiefe weniger als 90 Zentimeter Durchgang, wird der Flur zum Hindernisparcours. Ein häufiger Fehler: Schuhschränke werden nach der Breite ausgesucht, aber die Tiefe von 35 bis 40 Zentimetern unterschätzt, sodass Türen nicht mehr aufgehen oder der Fluchtweg blockiert ist.
Eine Trennwand aus Trockenbau steht und fällt mit der Unterkonstruktion. Wer direkt auf den Boden aufsetzt oder die Profile nur mit Dübel in die Wand schraubt, bekommt Risse, Knackgeräusche und eine Tür, die nach Monaten klemmt. Zuerst wird der Boden gemessen, dann der Verlauf der Wand mit Schlagschnur angezeichnet. Das Türblatt vor dem Bau festlegen: Ein Standardmaß von 86,5 cm Breite und 201,5 cm Höhe ergibt mit Zarge und notwendigem Spiel ein Rohbaumaß von etwa 90 cm auf 205 cm. Die Wandstärke folgt daraus.

Beim Beplanken wird zuerst die eine Seite vollständig geschlossen, dann die Dämmung eingelegt, dann die zweite Seite. Platten immer mit der Schnittkante auf das Profil setzen, Fugen verspachteln, Schrauben leicht versenken, ohne das Papier der Platte zu durchstoßen. Die Türzarge erst nach dem Verspachteln und nach dem Trocknen einbauen, sonst entstehen Spannungen im Anschluss. Wer den Türrahmen vorher einsetzt, muss später nacharbeiten.
Die Position des Lüfters sollte nicht direkt über dem Bett liegen. Zugluft im Schlaf führt zu Verspannungen und Erkältungen. Besser ist eine Montage in der Nähe des Fensters, aber seitlich versetzt, sodass die Luft indirekt einströmt. Bei Wandgeräten muss die Außenwand frei von Hindernissen sein – Markisen, Rollladenkästen oder Regenfallrohre blockieren den Luftweg. Ein weiterer häufiger Fehler: die fehlende Außenabdeckung mit Insektenschutz. Ohne sie gelangen im Sommer Insekten und im Winter Schnee in das Gehäuse.
Integrierte Steckdosen im Spiegelschrank sind praktisch für Rasierer oder Zahnbürste, aber sie müssen spritzwassergeschützt sein. Sinnvoll ist eine Ausführung mit Klappe oder einer geschlossenen Abdeckung, mindestens nach Schutzart IP44. Wer die Steckdose direkt hinter dem Schrank plant, sollte eine tiefe Unterputzdose setzen, damit der Stecker nicht gegen die Rückwand drückt. Alternativ lässt sich die Steckdose seitlich neben dem Schrank setzen, dann bleibt der Schrank flacher.
Bei der Montage entscheidet der Untergrund. In Beton und Vollziegel reichen Dübel mit sechs bis acht Millimetern Durchmesser, in Gipskarton braucht jede Schiene einen Hohlraumdübel oder besser eine Befestigung an der darunterliegenden Latte. Wer hier spart, erlebt nach wenigen Monaten, wie die Garderobe mit voller Beladung aus der Wand kippt. Vor dem Bohren die Leitungssuche nicht vergessen: In Flurwänden verlaufen häufig Stromleitungen auf Höhe der Lichtschalter und horizontale Wasserleitungen in Küchennähe. Ein weiterer typischer Fehler ist die zu hohe Montage der Kleiderstange. Sie sollte bei etwa 1,80 bis 1,90 Metern liegen, gemessen vom Boden bis Stangenmitte, sonst schleifen lange Mäntel am Boden.