Eine gelöste Rahmenecke zeigt sich meist zuerst als feine Risslinie an der Gehrung. Später knarzt der Rahmen beim Anfassen, und mit etwas Druck lässt sich der Spalt öffnen. Bevor Leim ins Spiel kommt, muss die Ecke vollständig gereinigt werden. Alte Leimreste, Lacksplitter und Staub verhindern, dass frischer Leim auf das Holz trifft. Mit einem schmalen Stechbeitel oder einer dünnen Sägeklinge wird der Spalt vorsichtig geöffnet, ohne die Gehrungsoberfläche zu beschädigen. Ein Staubsauger oder Druckluft entfernt danach die Reste. Erst wenn die Fugenflanken trocken und sauber sind, hält die Verbindung.

Typische Fehler treten immer wieder auf. Häufig wird zu hoch gehängt: Die Bildmitte sollte sich auf Augenhöhe befinden, also ungefähr auf 145 bis 155 Zentimetern über dem Boden. Ein weiterer Fehler ist die Orientierung an der Decke statt an den Möbeln. Hängt das Bild weit über einem Sofa oder einer Kommode, ohne dass eine Verbindung entsteht, wirkt es isoliert. Auch eine einzelne kleine Grafik an einer langen Flurwand bleibt verloren, egal wie gut das Motiv ist.
Ein Bild wirkt selten deshalb verloren, weil es hässlich wäre, sondern weil das Verhältnis zwischen Bildfläche, Wandfläche und Möblierung nicht stimmt. Wer ein kleines Format an eine große, leere Wand hängt, erzeugt automatisch einen schwebenden Eindruck: Das Auge findet keinen Bezugspunkt und liest das Bild als zufälligen Rest. Die Wand bleibt optisch leer, das Motiv verliert an Wirkung, und der Raum wirkt unfertig.
Für festen Putz auf massivem Untergrund eignen sich Dübel mit langer Spreizzone, die den Putz durchstoßen und erst im Ziegel oder Beton greifen. Bei weichem Altbauziegel sind Dübel mit verdrehsicherer Form oder solche, die sich im Bohrloch verkeilen, die bessere Wahl. Ist der Hohlraum hinter dem Putz zu groß, hilft nur ein Injektionsanker oder eine durchgehende Gewindestange, die im Untergrund verankert wird. Ein reiner Hohlraumdübel funktioniert nur, wenn die Platte dahinter wirklich trägt.
Wer unsicher bleibt, kann die Wand zusätzlich gliedern. Eine Passepartout-Vergrößerung im Rahmen gibt einem kleinen Motiv mehr Rand und damit mehr Gewicht. Eine dezente Wandfarbe oder ein Streifen hinter der Bilderfläche grenzt den Bereich ab und gibt dem Bild einen Rahmen. Entscheidend bleibt das Verhältnis: Ein Bild muss zur Wand und zum Möbelstück passen, sonst bleibt es ein Fremdkörper. Lieber ein Format zu groß als zu klein wählen, denn Überdimensionierung wirkt meist ruhiger als eine leere Fläche daneben.
Die Länge der Aufhängung richtig wählen. Hängt der Behang zu hoch, verdeckt er die Leiste nicht und wirkt wie abgeschnitten. Hängt er zu tief, berührt er Möbel oder Heizkörper und verzieht sich. Die Unterkante sollte frei schwingen können, ohne irgendwo anzustoßen. Bei langen Fransen den Behang lieber etwas kürzer binden und die Enden sauber ausrichten, statt sie auf dem Boden schleifen zu lassen.
Auch das Aufhängen selbst kann das Ergebnis ruinieren. Kleber oder Klebeband nur an den Rändern oder an definierten Punkten anbringen, nicht flächig auf der Rückseite, denn flächiger Kleber zieht das Papier beim Trocknen zusammen. Vor dem endgültigen Fixieren das Papier einige Minuten an der Wand hängen lassen und beobachten, ob sich Ränder heben. Wer sofort vollflächig festklebt, kann nicht mehr korrigieren.
Bei Möbeln ändert sich die Rechnung. Über einem Sofa sollte die Unterkante des Bildes etwa 20 bis 25 Zentimeter über der Rückenlehne liegen, damit nichts beim Anlehnen stört. Über einer Kommode oder einem Sideboard zählt der Abstand zur Oberfläche, nicht die absolute Höhe. Wer die Bildmitte starr bei 145 Zentimetern lässt, obwohl das Möbelstück 90 Zentimeter hoch ist, bekommt eine unangenehme Lücke. Hier ist es besser, die Bildmitte an der Möbelhöhe auszurichten und die Augenhöhe nur als grobe Orientierung zu nehmen.
Der erste Schritt ist deshalb immer das Messen. Notieren Sie die Breite der Wand, vor der das Bild hängen soll, und die Breite des Möbelstücks darunter. Als grobe Orientierung gilt: Ein einzelnes Bild sollte etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Möbelbreite einnehmen. Ist es deutlich schmaler, entsteht genau der verlorene Eindruck. Passt das vorhandene Bild nicht in dieses Verhältnis, hilft meist nur eine andere Wand oder eine Kombination mehrerer Bilder.
Alte Putzflächen sind keine homogene Masse. Wer hier einen normalen Dübel setzt, verlässt sich auf eine Schicht, die bröselt, hohl liegt oder nur wenige Millimeter dick ist. Hinter dem Putz folgt oft Mauerziegel, seltener Kalkstein oder ein Hohlraum. Genau diese Unsicherheit entscheidet darüber, ob ein Bild oder ein Regal hält oder ob nach dem ersten Ruck ein Krater in der Wand bleibt.
Typische Fehler sind außerdem: das Papier direkt nach dem Bügeln aufzuhängen, solange es noch warm ist; es auf einer feuchten Wand zu befestigen, wodurch es später wieder aufquillt; und das Beschweren auf unebenem Untergrund, etwa auf einem Teppich statt auf einer glatten Fläche. Jeder dieser Punkte führt zu Wellen, die sich nur schwer zurückbilden.