Bei schwereren Lasten hilft nur, die Unterkonstruktion zu nutzen oder eine zusätzliche Traverse aus Holz oder Metall zwischen zwei Profilen zu montieren. Diese Traverse verteilt das Gewicht auf mehrere Punkte und verhindert, dass die Platte ausreißt. Wer ein schweres Bild ohne solche Vorbereitung aufhängt, riskiert, dass es eines Tages herunterkommt, oft mitsamt einem Stück der Decke. Lieber einmal mehr prüfen und die Last richtig verteilen, als später den Schaden zu reparieren.
Eine Rigipsdecke trägt kein Gewicht wie eine Betondecke. Sie besteht aus Gipskartonplatten, die an einem Unterkonstruktionsgerüst aus Metallprofilen verschraubt sind. Wer ein Bild aufhängt, belastet also nicht die Platte allein, sondern das gesamte System aus Platte, Profil und Befestigung. Deshalb scheitern viele Versuche nicht am Bohrer, sondern an der falschen Befestigungsart. Entscheidend ist, ob hinter der Bohrstelle ein Profil verläuft oder nur die freie Plattenfläche. Das lässt sich vor dem Bohren mit einem Metalldetektor oder einem starken Magneten prüfen, der die Schrauben der Unterkonstruktion findet.
Bevor die ersten Kreuzknoten entstehen, werden alle Fäden mit einem Ankerknoten am Stab befestigt. Dafür den Faden in der Mitte falten, die Schlaufe hinter den Stab legen, die beiden Enden durch die Schlaufe ziehen und fest anziehen. Dieser Knoten muss gleichmäßig sitzen, sonst verschiebt sich später das ganze Muster. Ein häufiger Fehler ist, die Fäden ohne Ordnung aufzufädeln. Wer die Reihenfolge vorher auf einem Zettel notiert, spart beim Knüpfen viel Nachzählen.
Wer den Behang später abnehmen will, ohne die Leiste abzubauen, arbeitet mit Karabinern oder kleinen Ringen. Diese werden an der Leiste befestigt und die Schlaufen des Behangs dort eingehängt. So lässt sich der Wandbehang in Sekunden abnehmen, ohne dass die Befestigung jedes Mal neu ausgerichtet werden muss. Zum Schluss prüft man mit einer Wasserwaage, ob die Leiste gerade sitzt, und zieht alle Schrauben nach. Ein schief aufgehängter Makramee-Wandbehang fällt sofort auf, weil die Fransen die Neigung optisch verstärken.
Ein oft unterschätzter Punkt ist die Neigung der Wand oder ein vorhandener Bilderrahmen mit Aufhängung. Hängt der Rahmen nicht bündig, verschiebt sich die sichtbare Unterkante. Prüfen Sie nach dem Aufhängen mit einer Wasserwaage, ob das Bild gerade hängt. Korrigieren Sie lieber einmal mehr, als sich später über einen schiefen Blick zu ärgern. Auch die Beleuchtung spielt eine Rolle: Ein Bild, das direkt über der Kommode hängt, wirft Schatten auf die Kommode, wenn das Licht von oben kommt. Ein Abstand von 25 Zentimetern reduziert diesen Effekt.
Verläuft die Bohrstelle über einem Profil, ist die Sache einfach. Eine kurze Spanplattenschraube mit feinem Gewinde hält direkt im Metall, sofern sie das Profil trifft und nicht daneben in die Luft geht. Bohren Sie mit einem kleinen Durchmesser vor, setzen Sie die Schraube ohne Gewalt und prüfen Sie den Halt, bevor das Bild daran hängt. Ein Bild bis etwa drei Kilogramm ist damit sicher befestigt. Schwerere Bilder, Spiegel oder Regale gehören nicht an ein einzelnes Profin, sondern immer an mindestens zwei Befestigungspunkte, damit die Last verteilt wird.
Zum Schluss den Stab noch einmal nachziehen und den Behang einige Stunden hängen lassen, bevor er endgültig ausgerichtet wird. Baumwolle dehnt sich unter Eigengewicht leicht, besonders bei langen Fransen. Erst danach die Enden kürzen. Ein Wandbehang aus Makramee lebt von der Regelmäßigkeit der Knoten, nicht von perfekten Materialien. Wer Stab, Kordel und Haken aufeinander abstimmt, braucht keine weiteren Hilfsmittel.
Ein einzelnes Motiv im Raum soll heller wirken als seine Umgebung, ohne dass die Lampe alles überstrahlt. Das gelingt nur, wenn man den Spot nicht als Flutlicht, sondern als Werkzeug begreift. Entscheidend sind Abstand, Winkel und die Frage, was das Licht treffen soll – und was ausdrücklich nicht. Wer diese drei Größen kontrolliert, bekommt eine Betonung, die den Raum nicht ausblendet.
Bevor der Nagel in die Wand kommt, muss die endgültige Position der Kommode feststehen. Wird sie später verschoben, ändert sich der optimale Abstand sofort. Messen Sie die Höhe der Kommode an der Wandseite, an der das Bild hängen soll. Legen Sie ein Maßband oder einen Zollstock senkrecht an die Kommodenkante und markieren Sie die gewünschte Unterkante des Bildes. Ein häufiger Fehler ist, den Abstand von der Decke oder vom Boden aus zu berechnen. Das führt fast immer zu einem zu hohen Bild, weil die Kommode als Bezugspunkt fehlt.
Die Bildgröße bestimmt ebenfalls den Abstand. Ein kleines Bild braucht weniger Abstand als ein großes. Als Orientierung gilt: Die Unterkante des Bildes sollte etwa ein Drittel der Bildhöhe über der Kommode liegen. Bei einem 60 Zentimeter hohen Bild wären das rund 20 Zentimeter. Bei einem 30 Zentimeter hohen Bild reichen 10 bis 15 Zentimeter. Wer ein sehr breites Bild aufhängt, sollte den Abstand eher am unteren Rand des Bereichs wählen, damit es nicht zu weit oben hängt und die Kommode optisch abwertet.
