Bevor Sie irgendein Mittel anwenden, prüfen Sie das Pflegeetikett am Möbelstück. Dort steht, ob der Bezug mit Wasser, nur mit Lösungsmittel oder gar nicht nass gereinigt werden darf. Ein häufiger Fehler ist, Polster großflächig zu durchnässen. Feuchtigkeit dringt in den Schaumkern ein, braucht Tage zum Trocknen und schafft ideale Bedingungen für Schimmel und Gerüche. Arbeiten Sie deshalb immer mit wenig Flüssigkeit, tupfen statt reiben und saugen Sie den Schaum gründlich ab. Bei festen Bezügen reicht oft eine Mischung aus lauwarmem Wasser und einem neutralen Spülmittel im Verhältnis zehn zu eins.
Beim Saugen entscheidet nicht die Leistung des Geräts über den Schaden am Stoff, sondern die Düse und der Druck, mit dem sie über die Oberfläche geführt wird. Viele glauben, mehr Saugkraft bedeute gründlichere Reinigung. Tatsächlich zieht eine starke Turbobürste lose Fasern aus Polstern, Teppichen und empfindlichen Bezügen heraus, die danach als Knötchen oder Fusseln wieder auftauchen. Wer den Stoff schonen will, wählt zuerst die Düse und passt dann die Technik an.
Nach der Behandlung muss die Stelle vollständig trocknen. Nicht mit einem Föhn nachhelfen, denn Hitze kann die Farbe endgültig einschließen. Stattdessen den Raum gut lüften und die Polsterung an der Luft trocknen lassen. Bei dicken Schaumstoffkernen kann das mehrere Stunden dauern. Erst wenn die Stelle trocken ist, lässt sich beurteilen, ob ein Restfleck geblieben ist. Ist das der Fall, kann die Behandlung mit der Spülmittellösung wiederholt werden. Bei sehr hartnäckigen Flecken hilft eine schwache Lösung aus Wasser und einem Sauerstoffbleichmittel, das für Textilien geeignet ist. Auch hier gilt: vorher an verdeckter Stelle testen und niemals mit chlorhaltigen Mitteln arbeiten, da diese die Farben zerstören können.
Der richtige Dreh sitzt an der zweiten Kante, nicht an der ersten Viele ziehen den Bezug von der Mitte nach außen. Das erzeugt Spannung an den Nähten, aber keine gleichmäßige Verteilung. Richtig ist ein diagonaler Zug: eine Hand an der oberen Kante, eine an der gegenüberliegenden unteren, dann über Kreuz arbeiten. Der Stoff legt sich dabei wellenfrei an, weil die Zugrichtung immer im 45-Grad-Winkel zur Faser verläuft. Wer nur gerade nach vorne zieht, bekommt Falten, die sich später nicht mehr ausgleichen lassen.
Typische Fehler sind: zu nass arbeiten, den Bezug mit aggressiven Reinigern behandeln oder das Polster feucht zurücklegen. Auch das Absaugen mit einer harten Düse oder zu hoher Saugleistung schadet – der Stoff verzieht sich, und die Nähte leiden. Ein weiterer Fehler ist, die Unterseite nur oberflächlich abzuwischen, ohne den Abrieb wirklich zu lösen. Besser ist es, zweimal im Jahr gründlich zu reinigen und dazwischen regelmäßig zu lüften. Wer das Polster wendet, sollte darauf achten, dass die Unterseite nicht dauerhaft nach oben zeigt, denn UV-Licht und Druck von oben setzen ihr dann stärker zu.
Zuerst: Schaumstoff nie vollständig einlegen, bevor der Bezug sitzt. Der Schaum gehört in den Bezug, nicht der Bezug über einen bereits starren Block. Das klingt paradox, ist aber der entscheidende Punkt. Ein komprimierter Schaumstoffblock mit scharfen Kanten wirkt wie ein Schaber. Jede Zugbewegung drückt den Stoff gegen diese Kante, und an genau dieser Linie reißt das Gewebe später. Den Schaum also zunächst nur locker positionieren, an den Ecken leicht anheben und den Bezug über die erste Kante führen, während der Schaum noch nachgibt.
Typische Fehler sind schnell aufgezählt. Erstens: zu viel Zug auf einmal. Der Stoff dehnt sich, die Naht hält nicht mit, und nach dem Loslassen zieht sich die Stelle zusammen. Zweitens: den Schaum mit Gewalt nachschieben, während der Bezug bereits aufliegt. Dabei verschiebt sich die Schaumstofflage und bildet eine Beule, die von außen sichtbar bleibt. Drittens: an einer Ecke anfangen und dann rundherum arbeiten. Besser ist es, immer paarweise zu arbeiten, also zwei gegenüberliegende Seiten leicht vorspannen, dann die nächsten beiden.
Bezug aufziehen bei eingelegtem Schaumstoff klingt nach einer simplen Tätigkeit: Stoff über Polster, fertig. In der Praxis scheitert genau dieser Schritt häufiger als jeder andere am gesamten Polsterprojekt. Der Grund ist selten der Stoff und fast nie der Schaumstoff, sondern die Reihenfolge und der Zugwinkel. Wer den Bezug in einem durchgehenden Ruck über den eingelegten Schaum zieht, riskiert Wellen an der Oberfläche, ausgerissene Nähte und einen Bezug, der an einer Seite zu kurz wird.
Warum die Kreisbewegung den Stoff tatsächlich schädi
Ein trockener Reißverschluss oder Klettverschluss verzeiht keinen schiefen Zug. Vor dem Schließen prüfen, ob der Bezug an allen vier Kanten gleichmäßig aufliegt. Dafür mit der flachen Hand über die Oberfläche streichen, nicht drücken. Wo sich der Stoff unter der Hand hebt, sitzt der Schaum zu hoch oder der Bezug ist nicht weit genug über die Kante geführt. Erst nachjustieren, dann schließen. Ein Bezug, der unter Spannung geschlossen wird, arbeitet sich bei jeder Nutzung weiter auf.