Die einfachste Methode ist das Gegengewicht. Man rollt das Papier verkehrt herum, also mit der bedruckten Seite nach außen, und legt es für einige Stunden flach hin. Damit die Enden nicht wieder aufspringen, beschwert man sie mit Büchern oder einem sauberen Brett. Wichtig: Nicht auf die bedruckte Seite legen, wenn die Farbe frisch oder empfindlich ist. Bei dünnem Papier reicht oft eine Stunde, bei kräftigem Karton sollte man über Nacht warten. Der Effekt tritt nur ein, wenn das Papier vollständig flach aufliegt und nicht an einer Kante hängt.
Ein weiterer Stolperstein ist die Höhe. Museumsrichtlinien nennen eine Bildmitte auf etwa 150 Zentimeter, gemessen vom Boden. Das gilt für Raster und Salon gleichermaßen, wird aber bei Sitzmöbeln oft unterschritten. Über einem Sofa darf die Unterkante der Gruppe nicht mehr als 20 bis 25 Zentimeter über der Rückenlehne liegen, sonst wirkt sie losgelöst. Bei der Rasterhängung über einer langen Wand sollte die oberste Linie nicht höher als 180 Zentimeter liegen, sonst muss man den Kopf in den Nacken legen.

Wärme und Feuchtigkeit richtig einsetzen Leichtes Erwärmen beschleunigt das Glätten, weil die Fasern dann flexibler werden. Ein Bügeleisen auf niedrigster Stufe, ohne Dampf, über einem sauberen Baumwolltuch ist eine bewährte Methode. Das Papier zwischen zwei Lagen Stoff legen und mit sanftem Druck von der Mitte nach außen arbeiten. Zu viel Hitze verbrennt die Oberfläche oder lässt Tinten verlaufen, besonders bei Tintenstrahldrucken und glänzenden Fotopapieren. Wer unsicher ist, testet an einem kleinen Stück am Rand. Alternativ kann man das Papier für kurze Zeit in einen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit legen, etwa ins Badezimmer nach dem Duschen, und danach flach pressen.
Ein weiterer Stolperstein ist die Symmetrie. Viele neigen dazu, alles mittig auszurichten, obwohl der Raum das gar nicht hergibt. Ein Fenster auf der einen Seite, eine Tür auf der anderen – dann wirkt eine exakt mittige Anordnung oft verschoben. Erlaubt sind bewusste Abweichungen, solange sie begründet sind. Testen Sie zwei oder drei Varianten, indem Sie die Papiere umhängen. Oft zeigt sich erst nach dem dritten Versuch, welche Aufteilung den Raum ruhig wirken lässt. Fotografieren Sie jede Variante, bevor Sie sie verändern. Der Vergleich am Bildschirm deckt Schwächen auf, die vor Ort übersehen werden.
Der Abstand zum Rahmen entscheidet mit Ein häufiger Fehler ist der zu große Abstand zwischen Bild und Möbelstück. Als Faustregel gilt: Der Abstand zwischen Unterkante Rahmen und Oberkante Sofa oder Sideboard sollte zwischen 15 und 25 Zentimetern liegen. Wer 50 Zentimeter oder mehr lässt, hängt das Bild in eine eigene Zone, die mit dem Möbel nichts mehr zu tun hat. Das Bild wirkt dann kleiner, als es ist, weil es allein im Raum schwebt.
Wer eine Welle einfach nur flach drückt, verschiebt das Problem. Das Papier ist nach dem Pressen glatt, solange die Last aufliegt, springt aber binnen kurzer Zeit zurück, sobald die Feuchtigkeit im Blatt ungleich verteilt bleibt. Der Grund: Die Fasern an der gewellten Kante haben sich anders ausgedehnt als in der Blattmitte. Druck allein bringt sie nicht wieder in ihre ursprüngliche Länge zurück. Erst wenn die Feuchtigkeit gleichmäßig aus dem Blatt entweichen kann, bleibt das Ergebnis stabil. Deshalb ist Geduld hier entscheidender als starke Gewichte. Zu viel Druck auf feuchtes Papier hinterlässt außerdem gern glänzende Stellen oder flacht die Oberflächenstruktur ab, was bei hochwertigen Bögen sofort auffällt.
Ein weiterer typischer Fehler ist die Platzierung zu hoch. Viele hängen Bilder auf Augenhöhe einer stehenden Person, also etwa 160 bis 170 Zentimeter über dem Boden. Über einem Sofa ist das fast immer zu hoch. Die Unterkante gehört auf etwa 80 bis 100 Zentimeter über dem Boden, bezogen auf die Sitzhöhe. Wer zu hoch hängt, erzeugt eine Lücke zwischen Möbel und Bild, die das Format kleiner erscheinen lässt.
Ein Bild wirkt an der Wand zu klein, wenn sein Format nicht im Verhältnis zur Wandfläche und zur umgebenden Möblierung steht. Das ist kein Geschmacksproblem, sondern eine Frage der Proportion. Wer ein kleines Format an eine große, leere Wand hängt, erzeugt Spannung zwischen Bild und Fläche, die das Motiv erdrückt. Der Rahmen verschwindet optisch, das Bild wirkt wie ein Briefmarkenmotiv auf einem Plakat.
Vor dem endgültigen Anbringen lohnt eine Kontrolle gegen das Licht. Man hält das Papier schräg und prüft, ob noch Wellen oder Aufrollungen sichtbar sind. Kleine Unebenheiten verschwinden oft von selbst, sobald das Papier an der Wand leichten Zug bekommt. Größere Spannungen sollte man jedoch vorher beseitigen, sonst zieht das Papier Blasen oder löst sich in warmen Räumen. Auch die Wand selbst spielt eine Rolle: Auf rauem Untergrund haftet Klebeband schlechter als auf glattem Putz oder Tapete.
Wann das Raster kippt und die Salonhängung übernimmt Die Salonhängung arbeitet ohne Linien, aber nicht ohne System. Sie gruppiert Bilder zu einem Block, meist über einem Möbelstück oder einer Sitzgelegenheit. Der Abstand zwischen den Rahmen bleibt kleiner als beim Raster, oft zwei bis fünf Zentimeter, damit die Gruppe als Einheit gelesen wird. Zuerst werden die größten Formate in die Mitte gesetzt, kleinere wandern nach außen. Ein häufiger Fehler ist, den Abstand überall gleich zu halten, obwohl unterschiedliche Rahmenbreiten und Passepartouts optisch mehr Luft verlangen. Wer ein breites Passepartout hat, darf den Nachbarrahmen näher rücken, sonst entstehen Löcher im Arrangement.