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Wer ein Sofa mit dem Nasssauger reinigt, sieht nach dem Absaugen meist eine dunkle, feuchte Fläche und geht davon aus, dass der Großteil des Wassers entfernt wurde. Tatsächlich sitzt ein erheblicher Teil der Flüssigkeit tiefer im Schaumkern und gelangt dort nur langsam wieder heraus. Die zurückbleibende Menge hängt weniger vom Gerät als von der Arbeitsweise, der Polsterdichte und der Wassermenge ab, die überhaupt eingebracht wurde. In der Praxis bleiben nach einem einzigen Saugzug oft noch 30 bis 60 Prozent der eingesprühten Flüssigkeit im Kern – nicht an der Oberfläche, sondern in den mittleren und unteren Schichten.

Nach der Reinigung folgt die Pflege. Eine dünne Schicht Lederpflege, die kein Silikon und keine Erdölprodukte enthält, schützt die Oberfläche und hält sie geschmeidig. Zu viel Pflegemittel ist kontraproduktiv: Es zieht nicht ein und bildet einen neuen Film, der wieder Schmutz anzieht. Ein bis zwei Behandlungen pro Jahr reichen bei normaler Nutzung. Bei stark beanspruchten Armlehnen, etwa im Büro, kann eine Auffrischung alle paar Monate sinnvoll sein.

Typische Fehler: Allzweckreiniger, Spülmittel oder Glasreiniger. Sie enthalten Tenside und Alkohol, die das Leder austrocknen und Risse verursachen. Auch zu viel Wasser ist schädlich – es dringt in Nähte und Polster ein und führt zu Schimmel oder Verformung. Ein weiterer Fehler ist das Eincremen der Hände direkt vor dem Sitzen. Wer das nicht vermeiden kann, sollte zumindest die Hände kurz abwischen, bevor er die Armlehne berührt.

Das erste Gebot lautet daher: nicht reiben. Reiben verteilt die Flüssigkeit großflächig und drückt sie in tiefere Schichten. Stattdessen mit einem saugfähigen Tuch oder Küchenpapier von außen nach innen tupfen, bis nichts mehr aufgenommen wird. Kein Drücken, kein Wischen. Ist der Fleck auf einem abnehmbaren Bezug, diesen sofort abziehen und separat behandeln. Bei festen Polstern entscheidet die Geschwindigkeit, wie viel Flüssigkeit überhaupt in den Schaum gelangt.

Vor dem Einbau prüfen, ob der Bezug noch passt. Ein neuer, dickerer Kern kann den Reißverschluss überfordern. In solchen Fällen hilft es, den Schaum an den Kanten leicht abzuschrägen oder den Bezug an der Unterseite zu erweitern. Zwischen Kern und Bezug gehört eine dünne Lage Vlies, damit der Schaum nicht am Stoff reibt und der Bezug nicht durchscheuert. Wer auf Nummer sicher gehen will, legt den neuen Kern zunächst ohne Bezug auf den Rahmen und setzt sich für einige Minuten darauf. Erst wenn der Widerstand stimmt und keine Druckstellen entstehen, wird der Bezug wieder befestigt.

Ein häufiger Fehler ist der Griff zu einem zu weichen Schaum, weil er sich im Laden angenehm anfühlt. Nach wenigen Monaten sitzt man wieder in einer Mulde. Ebenso problematisch ist zu dicker Schaum: Ab etwa zehn Zentimetern Dicke sinkt die Stabilität, wenn die Dichte nicht mitwächst. Wer den Kern selbst zuschneidet, sollte die alte Form als Schablone nutzen und den Schaum mit einem elektrischen Messer oder einem scharfen Brotmesser in einem Zug trennen. Ausgefranste Kanten sind ein Zeichen für zu viel Druck oder ein stumpfes Messer.

Kaltschaum, Federkern oder Viskose: Was wann versagt Nicht jeder Schaum gibt auf dieselbe Weise nach. Kaltschaum mit hoher Dichte hält viele Jahre, verliert aber irgendwann seine Rückstellkraft, besonders an stark beanspruchten Stellen. Weicher Standardschaum sackt schneller ab und bildet schon nach kurzer Zeit eine Mulde. Bei Federkernpolstern sind es oft nicht die Federn, sondern die dünne Schaumauflage darüber, die durchgesessen ist. Viskoseschaum, auch als Memory-Schaum bekannt, reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Wärme; er verliert seine Form, wenn er dauerhaft Feuchtigkeit ausgesetzt war. Wer die Ursache kennt, kauft beim Ersatz gezielt: Für Sitzflächen mit hoher Belastung eignen sich Schaumstoffe mit hoher Raumdichte und einer Stauchhärte, die zum Körpergewicht passt.

Manchmal ist der Schaum noch in Ordnung, und die Ursache liegt woanders: gebrochene Lattenroste, ausgeleierte Gurte oder ein verzogener Rahmen. In diesem Fall bringt ein neuer Schaumkern nur kurzfristig Besserung, weil die Auflage weiterhin punktuell belastet wird. Deshalb vor jedem Austausch den Unterbau prüfen. Ein einfacher Test: mit der flachen Hand über die Auflage streichen. Spürbare Kanten, lose Gurte oder durchgebogene Latten deuten auf ein Problem unter dem Schaum hin. Wer diese Ebene mit einbezieht, verlängert die Lebensdauer der neuen Polsterung erheblich und vermeidet, dass die Sitzfläche schon nach kurzer Zeit wieder nachgibt.

Ob sich ein Austausch lohnt, lässt sich mit wenigen Handgriffen prüfen. Zuerst den Bezug abnehmen, sofern er mit Reißverschluss oder Klettverschluss befestigt ist. Dann den Schaumkern herausnehmen und auf eine ebene Fläche legen. Ein Brett oder eine geflieste Bodenfläche eignet sich gut. Jetzt mit beiden Händen in die Mitte drücken und loslassen. Bleibt eine sichtbare Delle stehen, die länger als ein paar Sekunden braucht, um zu verschwinden, ist der Kern ermüdet. Eine zweite Prüfung: den Schaum an einer Kante zusammendrücken. Bröselt er, fühlt er sich klebrig an oder riecht er muffig, ist ein Austausch sinnvoll.
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