Nach dem Trocknen prüfst du zwei Dinge: Farbechtheit und Haptik. Reibe mit einem weißen Tuch kräftig über die Teststelle. Färbt das Tuch ab, ist die Farbe nicht genug eingezogen oder du hast zu viel aufgetragen. Warte in dem Fall weitere Stunden und wische den Überschuss ab. Fühlt sich das Leder nach dem Trocknen klebrig oder hart an, hast du zu viel Produkt verwendet. Ein dünner Auftrag in mehreren Schichten ist immer besser als eine dicke Schicht. Klebrige Stellen ziehen Staub an und werden im Kopfbereich schnell unangenehm.
Erst wenn der Test nach dem vollständigen Trocknen – mindestens 24 Stunden – überzeugt, gehst du an den sichtbaren Kopfbereich. Arbeite in kleinen Abschnitten, tupfe die Farbe gleichmäßig ein und lasse jede Schicht trocknen. Vermeide es, bei direkter Sonne oder Hitze zu arbeiten, weil die Farbe dann zu schnell antrocknet und ungleichmäßig deckt. Ein weiterer typischer Fehler ist, den Kopfbereich ohne Zwischentrocknung mehrfach zu überstreichen. Das führt zu Schlieren und einem fleckigen Bild. Lieber geduldig schichten und zwischendurch prüfen, ob der Ton noch stimmt.
Die Umgebungstemperatur wird oft unterschätzt. Bei Kälte wird Leim zähflüssig und lässt sich nicht gleichmäßig verteilen. Bei Hitze trocknet er an der Oberfläche an, bevor gepresst wird. Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Auch Zugluft ist ein Problem: Sie trocknet die Leimfuge an, bevor der Pressdruck wirkt. Arbeite zügig und presse sofort nach dem Auftragen.
Bei geöltem oder gewachstem Holz funktioniert das gut, weil Feuchtigkeit eindringen kann. Bei lackierten Flächen ist Vorsicht geboten: Hitze kann den Lack trüben, aufplatzen oder ablösen. Hier legt man das feuchte Tuch auf und arbeitet mit deutlich geringerer Temperatur oder nutzt statt des Eisens einen Topf mit heißem Wasser, dessen Boden man kurz auf das Tuch drückt. Wer unsicher ist, testet zuerst an einer unauffälligen Stelle an der Unterseite der Platte.
Nach dem Einbringen wird die Stelle gepresst. Dafür eignen sich Zwingen mit Schutzbacken, ein flaches Holzbrett als Druckverteiler und Papier als Trennlage. Bei kleinen Flächen reicht ein Bügeleisen, das den Leim aushärtet, während mit einem Roller Druck ausgeübt wird. Kontaktkleber verlangt eine andere Reihenfolge: erst antrocknen lassen, dann pressen, ohne Hitze. Wer das verwechselt, klebt nicht, sondern schmiert. Die Presszeit richtet sich nach dem Leim, üblich sind mindestens dreißig Minuten, besser eine Stunde. Danach nicht sofort belasten, sondern mehrere Stunden ruhen lassen.
Reinige den Testbereich gründlich, bevor du Farbe aufträgst. Staub, Öl und alte Pflegemittel verhindern, dass die neue Farbe haftet oder den Ton annimmt. Nimm einen milden Lederreiniger und ein weiches Tuch, arbeite mit wenig Feuchtigkeit und lasse die Stelle mindestens eine Stunde trocknen. Ein häufiger Fehler ist, direkt auf das verschmutzte Leder zu malen. Das Ergebnis wirkt dann fleckig, und du hältst die Farbe fälschlich für ungeeignet. Teste immer auf sauberem, trockenem Leder.
Typische Fehler sind zu viel Wasser, zu hohe Hitze und zu langes Aufsetzen. Durchnässtes Holz quillt ungleichmäßig auf und bildet später Risse, starke Hitze verbrennt die Oberfläche oder hinterlässt einen dunklen Fleck. Ein weiterer Fehler ist das sofortige Nachschleifen: Nach der Dampfbehandlung braucht das Holz Zeit, um zu trocknen, oft ein bis zwei Tage. Erst danach wird die Stelle leicht angeschliffen und, falls nötig, nachgeölt oder nachlackiert.
Ein weiterer typischer Fehler ist die Vorbereitung des Untergrunds. Staub, Fettrückstände oder eine zu glatte Oberfläche verhindern, dass der Leim mechanisch greift. Auch zu feuchtes Holz oder stark saugfähige Trägerplatten entziehen dem Leim das Wasser, bevor er abbinden kann. In solchen Fällen hilft keine zusätzliche Leimmenge, sondern eine Grundierung oder eine Anpassung der Holzfeuchte. Wer das ignoriert, presst mit viel Leim und erhält trotzdem mangelhafte Haftung.
So wird der Dampf gezielt eingesetzt Für die Behandlung braucht man ein Bügeleisen, ein sauberes Baumwolltuch und etwas Wasser. Das Tuch wird leicht angefeuchtet, nicht durchnässt, und über die Delle gelegt. Das Bügeleisen stellt man auf eine niedrige bis mittlere Stufe, auf keinen Fall auf volle Hitze, und setzt es für einige Sekunden auf das Tuch. Der entstehende Dampf dringt in die gestauchten Fasern. Danach nimmt man das Eisen weg und lässt die Stelle kurz abkühlen. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt, jedes Mal nur wenige Sekunden. Zwischen den Durchgängen prüft man mit dem Finger, ob sich die Oberfläche schon hebt.

Nicht jede Delle verschwindet vollständig. Tiefe Druckstellen oder solche quer zur Faser lassen sich nur abschwächen. In solchen Fällen bleibt das vorsichtige Auffüllen mit passender Holzmasse oder das Ausbessern durch eine Fachkraft. Wer die Ursache kennt und behutsam arbeitet, kann mit Dampf und Bügeleisen jedoch viele kleine Schäden soweit zurückbilden, dass sie kaum noch auffallen.