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Im Sommer ist nur wenig Korrektur nötig. Der eine Trieb wird an einem Draht oder einer Stütze hochgebunden, damit er nicht abbricht. Blätter im Bereich der Traubenzone werden vorsichtig ausgedünnt, aber nicht übermäßig. Zu viel Entblätterung führt zu Sonnenbrand auf den Beeren. Der Trieb selbst darf nicht eingekürzt werden, solange er wächst, denn jede Kürzung kostet Ertrag. Erst nach der Lese oder im darauffolgenden Winter wird dieser Trieb wieder auf ein einziges Auge zurückgeschnitten. So bleibt der Stock dauerhaft in einem festen Rhythmus: ein Auge, ein Trieb, eine Ernte.

Was tatsächlich weg muss – und was stehen blei

imageEinmal tragende Sorten, oft als Sommerhimbeeren bezeichnet, brauchen den klassischen Schnitt. Nach der Ernte im Juli werden alle Ruten, die getragen haben, bodennah entfernt. Die jungen, grünen Ruten desselben Jahres bleiben stehen; sie tragen im nächsten Sommer. Typischer Fehler: Die alten Ruten bis zum Frühjahr stehen lassen. Dann behindern sie die jungen Triebe, und der Bestand wird zu dicht. Ein weiterer Fehler ist ein zu später Schnitt im Herbst, wenn die jungen Ruten bereits verholzt sind und beim Schneiden beschädigt werden.

Typische Fehler sind neben dem Schnitt ins alte Holz auch das Zurückschneiden auf eine zu schmale Form. Wer die Hecke Jahr für Jahr nur außen stutzt, fördert eine dichte grüne Hülle, hinter der sich das alte Holz verbirgt. Wird dann plötzlich stark eingekürzt, ist der Schaden groß. Besser ist es, die Thuja von Anfang an regelmäßig und moderat zu schneiden, damit sie auch innen genügend Licht bekommt und nicht verkahlt. Ein weiterer Fehler: der Schnitt bei praller Mittagssonne oder bei Frost. Beides stresst die Pflanze zusätzlich und kann zu Verbrennungen oder Frostschäden führen.

Farbe, Härte und Verzweigung als sichere Kennzeichen Am zuverlässigsten ist die Rinde. Einjährige Ruten sind frisch und gleichmäßig grün bis hellbraun, die Oberfläche wirkt glatt und glänzend, und beim Biegen geben sie elastisch nach. Zweijährige Ruten haben eine graubraune, oft leicht rissige oder verkorkte Rinde. Sie fühlen sich rau an, brechen beim starken Biegen eher, statt nachzugeben. Ein zweites Merkmal ist die Verzweigung: Nur zweijährige Ruten bilden im oberen Drittel die kurzen, blütentragenden Seitentriebe aus, aus denen später die Früchte hervorgehen. Einjährige Ruten bleiben unverzweigt oder treiben nur einzelne Blätter.

Ein fünftes Merkmal liefert der Zustand nach dem Winter. Zweijährige Ruten zeigen abgestorbene Spitzen, aufgesprungene Rinde oder Knospen, die bereits ausgetrieben haben. Einjährige Ruten sind bei frostfreier Witterung saftig und tragen unversehrte Knospen. Ein typischer Fehler besteht darin, alle Ruten gleich zu behandeln und im Frühjahr radikal zurückzuschneiden. Wer das macht, entfernt die einjährigen Triebe, die im nächsten Jahr tragen sollen, und erntet im Folgejahr kaum etwas.

Ein dritter Hinweis steckt in den Dornen. Bei vielen Sorten sitzen an einjährigen Ruten feinere, dichter stehende Stacheln, die sich leicht mit dem Daumen abstreifen lassen. An zweijährigen Ruten sind die Stacheln kräftiger, sitzen fester und hinterlassen beim Abbrechen eine deutliche Narbe. Ein vierter Punkt ist der Ansatz: Einjährige Ruten entspringen direkt am Wurzelstock oder dicht darunter, oft als Bodentriebe. Zweijährige Ruten haben eine klar erkennbare Basis, die im Vorjahr ausgebildet wurde, und stehen häufig weiter außen im Pflanzbereich.

So wird auf wenige Augen zurückgeschnitt

Ein Sonderfall sind Herbsthimbeeren. Sie fruchten bereits an einjährigen Ruten und werden anders behandelt: Nach der Ernte schneidest du alle Ruten bodennah ab. Verwechsle das nicht mit Sommerhimbeeren, bei denen die zweijährigen Ruten getrennt werden müssen. Wenn du unsicher bist, markiere die Ruten vor dem Winter mit locker gebundenen Schnüren in zwei Farben: eine Farbe für diesjährige, eine für vorjährige Triebe. Im Frühjahr erkennst du dann auf einen Blick, was weg kann. So vermeidest du Verwechslungen und sicherst dir eine gleichmäßige Ernte über Jahre.

Der häufigste Fehler bei zweimal tragenden Sorten ist der Schnitt im Sommer. Wer im Juli Ruten entfernt, zerstört die Anlage für die Herbstfrüchte. Ein weiterer Fehler: Alle Ruten gleichzeitig tief abschneiden, obwohl nur die alten Ruten entfernt werden sollen. Das führt zu einem Jahr ohne Sommerernte und zu einem dichten, krankheitsanfälligen Bestand. Wichtig ist außerdem, beim Schneiden saubere, scharfe Werkzeuge zu verwenden und die Schnittstellen nicht zu quetschen.

Praktisch gehst du so vor: Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, vor dem Austrieb, gehst du die Ruten einzeln durch. Alles, was graubraun, rissig und im oberen Teil verzweigt ist, schneidest du bodennah ab. Grüne, glatte, unverzweigte Ruten bleiben stehen. Achte darauf, nicht zu viele Ruten zu belassen: Zu dichte Bestände begünstigen Pilzkrankheiten. Ein weiterer Fehler ist der Schnitt im Sommer. Wenn du jetzt zweijährige Ruten entfernst, ist das in Ordnung, einjährige Ruten solltest du aber nicht kappen, weil sie sonst Seitentriebe bilden, die Energie kosten.
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