Der Astring-Schnitt verläuft außen am Wulstring, ohne ihn zu verletzen. Man setzt die Säge von unten an, etwa einen Zentimeter vor der Wulst, und sägt zunächst eine Kerbe. Der zweite Schnitt erfolgt von oben, leicht versetzt hinter dem ersten, bis der Ast fällt. Dieser zweite Schnitt verhindert, dass die Rinde beim Abbrechen in den Stamm reißt. Erst danach wird der verbliebene Stummel am Wulstring abgetragen, mit ruhigem Zug und ohne Hebelbewegung. Ein sauberer Schnitt mit scharfer Säge hinterlässt eine glatte Fläche; gequetschtes Gewebe heilt deutlich langsamer.
Zuerst weichen immer die Äste, die eindeutig krank, abgestorben oder gebrochen sind. Ebenso entfernt man alle Triebe, die nach innen wachsen, sich kreuzen oder aneinander reiben. Solche Reibungsstellen sind Eintrittspforten für Pilze und Bakterien. Auch sogenannte Wasserreiser – senkrecht nach oben schießende, unverzweigte Triebe – kommen zuerst weg. Sie tragen kaum Früchte und nehmen nur Licht. Ein weiterer Kandidat für den ersten Schnitt: Äste, die steil nach oben wachsen und mit dem Stamm einen spitzen Winkel bilden. Sie brechen später leichter unter der Fruchtlast.
Hortensien sind nicht gleich Hortensien. Der entscheidende Unterschied liegt im Zeitpunkt der Knospenbildung. Einige Sorten legen ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr an den alten Trieben an. Andere bilden sie erst im Frühjahr an neuen Trieben. Wer das verwechselt, schneidet die Blüten ab und wartet ein Jahr umsonst. Deshalb ist die erste Frage vor jedem Schnitt: Zu welcher Gruppe gehört meine Pflanze?
Efeu wirkt harmlos, solange er junge Triebe bildet. Sobald die Ranken jedoch in Fugen, Putzrisse oder offene Mauerwerksfugen eindringen, sprengen sie den Untergrund. Die Haftwurzeln lösen sich nicht mehr ohne Substanzverlust. Wer den Bewuchs dauerhaft entfernen will, muss ihn vor dem Verholzen stoppen und die Haftorgane mechanisch abtöten, nicht einfach abschneiden.
Ein häufiger Fehler ist der Einsatz von Unkrautvernichtern direkt an der Fassade. Die Wirkstoffe dringen in den Putz ein und können später Ausblühungen oder Flecken verursachen. Besser ist wiederholtes Ausreißen der jungen Triebe alle zwei Wochen während der Wachstumsperiode. Wer den Efeu nur abschneidet, ohne die Haftwurzeln zu entfernen, bekommt innerhalb weniger Monate neue Triebe aus den verbliebenen Resten.
Die zweite Gruppe umfasst Sorten, die im Mai an den vorjährigen Trieben blühen und im Spätsommer noch einmal an den neuen. Typische Vertreter sind Clematis florida und viele großblumige Sorten, die im Handel als frühblühend gelten. Hier ist der Schnitt am heikelsten: Ein starker Rückschnitt im Frühling kostet fast immer die erste Blüte. Man schneidet deshalb erst nach der ersten Blüte leicht zurück, entfernt abgestorbene Triebe und kürzt die Pflanze um etwa ein Drittel. Ein zweiter, vorsichtiger Rückschnitt im Spätsommer nach der zweiten Blüte hält die Pflanze kompakt. Wer unsicher ist, schneidet gar nicht – das ist immer noch besser als ein falscher Schnitt.
Haftwurzeln entfernen, ohne den Putz zu öffnen Die kleinen Haftscheiben sitzen fest auf dem Untergrund. Kratzen Sie nicht mit der Spachtel über den Putz. Befeuchten Sie die Stellen mit einer Sprühflasche, lassen Sie das Wasser kurz einwirken und schieben Sie die Wurzeln mit einem Kunststoffschaber flach ab. Bei intaktem Putz bleiben so die obersten Millimeter erhalten. Arbeiten Sie immer in Richtung der Wand, nie schräg, sonst reißen Putzschollen ab.
Der erste Schritt ist ein Rückschnitt bis auf das alte Holz, aber nicht bündig an der Wand. Lassen Sie etwa zehn Zentimeter stehen. Schneiden Sie im Winter, wenn die Pflanze ruht und die Blätter abgefallen sind. Dann sehen Sie die Verankerungspunkte und können gezielt arbeiten. Ein zu später Schnitt im Frühjahr treibt nur umso kräftiger aus.
Welche Äste bleiben und warum Stehen bleiben alle gesunden, flach abgehenden Leitäste, die die Grundgerüstform tragen. Ein guter Apfelbaum hat drei bis fünf solcher Hauptäste, die möglichst gleichmäßig um den Stamm verteilt sind. Auch kurze, gut verzweigte Fruchttriebe bleiben – daran hängen die Äpfel der nächsten Jahre. Wichtig: Nicht jeder nach innen wachsende Ast ist automatisch schlecht. Einzelne kurze Triebe im Inneren, die genug Licht bekommen, können durchaus Früchte tragen. Wer sie alle entfernt, schneidet ins Leere. Entscheidend ist das Licht: Ein Ast, der im Schatten liegt und keine Blütenknospen ansetzt, hat keine Zukunft.
Typische Fehler sind der zu lange Stummel, der bündige Schnitt und die stumpfe Säge. Ebenso problematisch ist ein Schnitt mit der Astschere an dickeren Ästen, weil dabei die Wulst gequetscht wird. Wer einen starken Ast in einem Zug von oben durchtrennt, riskiert ein Ausreißen der Rinde bis in den Stamm. Der zweite, versetzte Schnitt bleibt deshalb Pflicht. Bei sehr dicken Ästen arbeitet man sich in mehreren Schritten von außen nach innen vor, bis der Stummel am Wulstring sauber abgetragen werden kann.