Streifen auf der Decke fallen meist erst auf, wenn seitliches Licht einfällt – etwa von einer Stehlampe oder durch ein Fenster im flachen Winkel. Dann zeigt sich, wo zu wenig Farbe aufgetragen wurde, wo die Rolle zu trocken lief oder wo in Bahnen gearbeitet wurde, die unterschiedlich stark decken. Das Problem entsteht also nicht durch die Farbe selbst, sondern durch eine ungleichmäßige Schichtdicke und falsche Technik.
Ein weiterer typischer Fehler ist das Eindrehen der Schraube mit Gewalt. Sitzt der Dübel nicht fest oder ist das Loch ausgeleiert, hilft kein stärkeres Anziehen. Besser ist es, den Dübel zu entfernen, das Loch mit einem passenden Reparaturmörtel zu füllen und nach dem Aushärten neu zu bohren. Bei Hohlraumdübeln zählt die richtige Setztiefe: Wird der Dübel zu tief eingeschoben, kann er sich hinter der Platte nicht mehr aufspreizen. Die mitgelieferte Setzhilfe oder ein einfacher Trick – den Dübel bis zum Anschlag der Tellerscheibe einführen – verhindert das.
Erst wenn alle Einstellmöglichkeiten ausgeschöpft sind, kommt das Abhobeln infrage. Auch dann wird nur die Unterkante bearbeitet, und zwar mit einem scharfen Hobel in dünnen Spänen. Ein häufiger Fehler ist, zu viel auf einmal abzutragen. Besser ist es, die Tür nach jedem Span wieder einzuhängen und den Spalt zu kontrollieren. So bleibt genug Material für spätere Korrekturen.
Wenn die Bänder ausgeschlagen sind und die Tür dadurch absackt, hilft ein Austausch der Bandunterlage oder ein leichtes Unterlegen mit einer dünnen Scheibe. Dafür muss die Tür jedoch ausgehängt werden. Achte darauf, dass du die Tür beim Aushängen nicht verkantest und dass du sie zu zweit trägst. Ein häufiger Fehler ist, die Schrauben der Bänder mit Gewalt anzuziehen. Das Gewinde im Holz leiert aus und der Halt geht verloren. Drehe Schrauben immer gefühlvoll ein und verwende bei ausgedrehten Löchern einen Holzspan oder ein Stück Zahnstocher als Füllung.
Beim Setzen gilt für beide: Loch sauber bohren, Staub aussaugen, Dübel bündig einsetzen und Schraube gerade eindrehen. Bei Hohlraum kommt hinzu, dass man den Dübel nicht vor dem Anziehen herauszieht und dass die Schraube lang genug sein muss, um die aufgeklappten Flügel zu erreichen. Wer diese Unterschiede ignoriert, bohrt entweder zu tief, zu flach oder wählt den falschen Dübel – und wundert sich, wenn die Halterung nach kurzer Zeit aus der Wand kommt.
Zuerst wird das Loch von losen Partikeln befreit. Ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz oder ein Pinsel entfernt Krümel und Staub. Bei größeren Löchern, etwa von schweren Regalen, sitzt oft ein Kunststoffdübel tief in der Wand. Diesen sollte man entfernen, sonst kann der Spachtel nicht greifen. Sitzt der Dübel fest, lässt er sich mit einer Zange herausziehen. Ist das Loch danach tief und hohl, empfiehlt sich ein Füllmaterial, das nicht schrumpft. Normale Spachtelmasse sackt in tiefen Löchern nach und bildet eine Mulde. Besser ist ein Reparaturmörtel oder ein Gemisch aus Spachtel und feinem Sand, das Volumen schafft.
Gearbeitet wird am besten bei Tageslicht oder mit einer hellen, indirekten Beleuchtung, nicht im Gegenlicht während des Streichens. Nur so ist kontrollierbar, ob die Schicht wirklich gleichmäßig ist. Wer die Decke am Ende aus einem flachen Winkel mit einer Lampe abfährt, sieht sofort, ob noch dünne Stellen vorhanden sind. Diese lassen sich vor dem Trocknen leicht nachrollen – später nur mit einem kompletten neuen Anstrich.
Vollziegel, Kalksandstein und Beton verhalten sich grundverschieden. In Vollziegel hält ein klassischer Spreizdübel mit passender Bohrlochtiefe zuverlässig, sofern man ihn nicht in eine Mörtelfuge setzt. Die Fuge gibt nach, der Dübel spreizt ins Leere. Prüfen lässt sich das mit einem dünnen Nagel: Lässt er sich im vermuteten Fugenbereich leicht eindrücken, sollte man einige Zentimeter versetzt bohren. In Kalksandstein ist das Material spröder, hier sind Dübel mit größerer Spreizfläche sinnvoll. Beton verlangt nach einem Hammerbohrer und einem Dübel, der sich im harten Untergrund verzahnt – bei Leichtbeton oder Porenbeton dagegen versagen viele Standardsysteme, weil die Wand nachgibt.
Die richtige Rolltechnik: Bahnen vermeiden, Fläche schließen Entscheidend ist, die Farbe nicht in schmalen Streifen nebeneinander zu ziehen, sondern nass in nass zu arbeiten. Eine Bahn von etwa einem Meter Breite wird aufgetragen, dann sofort die nächste Bahn angeschlossen, bevor die erste angetrocknet ist. Die Rolle wird in mehreren Richtungen geführt: zuerst in V- oder W-Form verteilen, dann mit leichten, parallelen Zügen in einer Richtung ausrollen. So entsteht eine gleichmäßige Schicht ohne Ansätze.
Eine zu trockene Rolle ist der häufigste Fehler. Sie gibt Farbe unregelmäßig ab und hinterlässt genau die Streifen, die im Gegenlicht sichtbar werden. Deshalb die Rolle regelmäßig neu eintauchen und nicht über die halbe Decke „trockenrollen". Auch zu viel Druck erzeugt dünne Stellen. Besser ist es, die Farbe mit dem Roller gleichmäßig zu verteilen und mit einem zweiten, trockenen Durchgang leicht zu verschlichten, solange die Fläche noch feucht ist.