Bevor irgendetwas weggeräumt wird, muss die Menge reduziert werden. Ein Regal mit sechs offenen Kisten ist für ein fünfjähriges Kind überschaubar, ein voller Spielzeugschrank ist es nicht. Sortieren Sie gemeinsam aus: Was seit Monaten nicht benutzt wurde, kommt weg oder rotiert für einige Wochen in den Keller. Rotieren ist wirksamer als endgültig wegwerfen, weil das Spielzeug später wieder interessant wirkt und nicht sofort vermisst wird. Entscheidend ist, dass jede Kategorie einen festen, sichtbaren Platz bekommt — Bauklötze, Fahrzeuge, Malzeug, Kuscheltiere. Ohne festen Platz gibt es kein Aufräumen, nur Verschieben.
Wer den Platz optimal nutzt, räumt den Bettkasten ein- bis zweimal im Jahr komplett aus, lüftet ihn und sortiert aus. So bleibt der Stauraum funktional und das Bett dient nicht als Endlager für Dinge, die woanders keinen Platz gefunden haben. Ein Bettkasten ist ein zusätzlicher, kein unbegrenzter Raum. Wer das akzeptiert, wird mit ihm zufrieden – und schläft besser, weil unter dem Bett kein Chaos mehr liegt.
Zuerst werden alle Flüssigkeiten auf handliche Größen umgefüllt. Originalflaschen sind oft zu hoch und zu breit für ein flaches Fach. Kleine, dicht schließende Behälter mit maximal halber Füllhöhe lassen sich flach legen und laufen nicht aus. Beschrifte sie mit Inhalt und Datum, sonst entsteht später Verwechslungsgefahr. Ein häufiger Fehler ist, zu große Flaschen mit Gewalt hineinzudrücken: Der Reißverschluss leidet, und der Beutel bekommt eine unschöne Beule, die beim nächsten Einpacken stört.
Die ehrliche Einschätzung endet mit einer einfachen Rechnung. Man nimmt die tatsächlich vorhandene Regalfläche, zieht die Reserve ab und vergleicht sie mit dem gemessenen Besitz. Liegt der Besitz darüber, wird aussortiert, nicht angebaut. Liegt er darunter, ist der Haushalt gut aufgestellt. Wer diesen Vergleich regelmäßig durchführt, vermeidet teure Fehlkäufe und lebt dauerhaft mit einem Stauraum, der zum tatsächlichen Leben passt.

Der Boden ist der teuerste Stauraum im Flur, weil er begangen werden muss. Deshalb gehört dort möglichst wenig hin. Ein schmales Gestell mit mehreren Ebenen oder übereinander angeordnete Fächer bringen Ordnung, ohne die Standfläche zu verbrauchen. Für Stiefel und hohe Schuhe reichen zwei bis drei Fächer, für flache Modelle eignen sich schmale Schienen oder Haken an der Wand. Wichtig ist, dass jedes Paar einen festen Platz hat und nicht in zweiter Reihe hintereinander gestapelt wird. Sonst greift man immer wieder zum vordersten Paar und der Rest bleibt liegen.
Schwerlastanker arbeiten mit einer Hülse, die sich im Grundmaterial verspannt, oder mit einer Gewindestange, die in ein Verbundmörtelbett gesetzt wird. Sie sind die Wahl für schwere Regale an Massivwänden. Wichtig: Der Anker muss die gesamte Putzschicht durchdringen und im tragenden Material sitzen. Ein zu kurzer Anker hält nur im Putz – und der bricht aus.
Die meisten Haushalte überschätzen ihren Platzbedarf, weil sie nie gemessen haben, was tatsächlich vorhanden ist. Bevor irgendetwas gekauft oder umgebaut wird, sollte eine Bestandsaufnahme stehen. Dafür reicht ein Zollstock, ein Notizblock und eine Stunde Zeit. Gemessen wird nicht die Grundfläche des Raumes, sondern jede nutzbare Fläche: Regalböden, Schrankfächer, Schubladen, Nischen, Dachschrägen. Wer diese Summe addiert, erhält ein realistisches Bild. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt kommt mit etwa zwölf bis achtzehn laufenden Metern Regalfläche aus, wenn diese sinnvoll aufgeteilt ist. Wer deutlich darüber liegt, hat nicht zu wenig Platz, sondern zu viele Gegenstände, die nirgendwo hingehören.
Ein häufiger Fehler ist die Planung nach Wunschdenken. Viele richten den Stauraum nach dem ein, was sie gerne besitzen würden, nicht nach dem, was sie tatsächlich besitzen. Die Folge: halbleere Schränke in einem Raum, überquellende Kisten in einem anderen. Besser ist es, den tatsächlichen Besitz zuerst zu erfassen. Dafür werden alle Gegenstände einer Kategorie – etwa Kleidung, Werkzeug, Vorräte – an einem Ort zusammengetragen. Erst dann zeigt sich, welche Menge wirklich existiert.
Typische Planungsfehler wiederholen sich. Ein Fehler ist der Kauf von möglichst vielen offenen Regalen, weil sie günstig erscheinen. Sie füllen sich schnell mit Dingen, die keinen festen Platz haben, und wirken unordentlich. Ein zweiter Fehler ist die Unterschätzung von Tiefe: Schränke mit sechzig Zentimetern Tiefe fassen deutlich mehr als solche mit fünfunddreißig, ohne mehr Wandfläche zu beanspruchen. Ein dritter Fehler ist die fehlende Reserve. Wer den Stauraum zu hundert Prozent verplant, hat nach dem nächsten Zuwachs – Umzug, Kind, Hobby – sofort wieder ein Problem. Zehn bis fünfzehn Prozent der Fläche sollten frei bleiben.
Erst zählen, dann planen: die Mengenprüfung Die Mengenprüfung ist der entscheidende Schritt. Vier Personen benötigen in der Regel etwa zwei Kleiderschränke mit je einem Meter Breite, dazu je eine Schubladenkommode. Für Küchengeräte reichen zwei geschlossene Fächer, sofern nicht mehr als zwölf Geräte regelmäßig genutzt werden. Vorräte brauchen etwa einen laufenden Meter Regal pro Person, wenn haltbare Lebensmittel bevorratet werden. Werkzeug passt in einen Werkstattwagen oder zwei Regalfächer, sofern keine Sammlung aufgebaut wird. Wer diese Richtwerte kennt, erkennt sofort, wo der eigentliche Engpass liegt.