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Was bleibt, sind kräftige, flach abgehende Leitäste, die gleichmäßig um den Stamm verteilt sind. Auch kurze Fruchttriebe, die schon Blütenknospen tragen, dürfen stehen. Ein gesunder Apfelbaum trägt seine Früchte bevorzugt an zwei- bis dreijährigem Holz. Wer diese Triebe großzügig entfernt, nimmt sich selbst die Ernte des nächsten Jahres. Ein typischer Fehler ist der radikale Rückschnitt auf einmal: Wird zu viel Holz genommen, reagiert der Baum mit starkem Neuaustrieb und schattiert sich binnen zwei Jahren erneut aus.

Nach dem Schärfen muss die Schere wieder eingestellt werden. Zwischen den beiden Klingen liegt eine Schraube, die den Anpressdruck regelt. Ist sie zu locker, weichen die Klingen beim Schnitt auseinander und das Material wird gequetscht. Ist sie zu fest, schleifen die Klingen Metall auf Metall, werden heiß und stumpf. Die richtige Einstellung findest du, indem du die Schere schließt und die Klinge leicht gegen die andere drückst: Ein minimaler Spalt bleibt, aber kein Lichtschein ist sichtbar. Öffne und schließe die Schere mehrmals; sie muss leicht laufen, ohne zu wackeln.

Der zweite Schnitt folgt von oben, wenige Zentimeter weiter außen als der erste. Er trifft genau auf den Kerbschnitt und trennt den Ast vollständig durch. Hier fällt das Holz kontrolliert ab, weil die Unterseite bereits geschwächt ist. Genau an dieser Stelle passiert Anfängern der häufigste Fehler: Sie setzen den oberen Schnitt zu nah am Stamm an. Dann reißt der Ast trotz Kerbe in den Stamm, weil der kurze Stummel kein Eigengewicht mehr hat, das die Fasern sauber brechen lässt.

Ziergräser verzeihen viel, aber nicht alles. Der häufigste Fehler ist der Schnitt im Herbst. Wer die Halme im Oktober oder November abschneidet, nimmt der Pflanze genau den Schutz, den sie für den Winter braucht. Die Halme sind hohl und leiten Wasser nach unten, statt es in die Krone zu leiten. Sie fangen Laub und Schnee ab und halten die Kälte vom Herz der Pflanze fern. Das Herz sitzt knapp über dem Boden und ist die empfindlichste Stelle. Ohne Halmdecke dringt Frost direkt dorthin vor, und im schlimmsten Fall fault der Austriebspunkt ab. Deshalb gilt: stehen lassen, bis das neue Grün drückt.

Bevor überhaupt etwas entfernt wird, muss der Trieb vollständig tot sein. Ein grüner, elastischer Trieb lässt sich nicht sauber lösen, weil er noch Saft führt und fest am Untergrund sitzt. Trockene Triebe erkennt man daran, dass sie brüchig sind, sich biegen lassen wie dürres Holz und beim Knicken sofort brechen. Ist der Trieb noch biegsam, wartet man besser einige Wochen, bis der Pflanzenrest von selbst abgestorben ist.

Ein typischer Fehler ist der Versuch, eine zu breit gewordene Hecke mit einem einzigen starken Schnitt wieder in Form zu bringen. Wird dabei bis in das braune Holz geschnitten, bleiben die Schnittflächen dauerhaft kahl. Ein zweiter Fehler ist der Schnitt zu einem falschen Zeitpunkt: Thuja sollte nicht in der prallen Mittagssonne oder bei großer Hitze geschnitten werden, weil die freigelegten Stellen dann zusätzlich austrocknen. Besser sind kühle, bedeckte Tage im späten Frühjahr oder frühen Herbst. Ein dritter Fehler ist der Schnitt in den Wintermonaten, wenn die Pflanze ohnehin unter Stress steht.

Vertrocknete Efeutriebe an einer Mauer sehen unordentlich aus, und der Reflex, einfach kräftig zu ziehen, ist verständlich. Genau das ist aber der häufigste Fehler. Alte Triebe haften mit Haftwurzeln an der Oberfläche, die wie kleine Klammern wirken. Reißt man sie trocken ab, bleiben oft Reste im Putz hängen, und mit ihnen kommt ein Stück Wand mit. Das Ergebnis sind Kratzspuren, abgeplatzte Farbe oder gar herausgebrochene Mörtelstücke, die später aufwendig ausgebessert werden müssen.

Zuerst weichen alle Triebe, die nach innen wachsen. Diese sogenannten Wasserreiser stehen steil nach oben, treiben kaum Blüten und verdunkeln das Kroneninnere. Man erkennt sie daran, dass sie fast senkrecht aus einem stärkeren Ast schießen und wenig Seitenverzweigung zeigen. Schneide sie direkt am Ansatz ab, ohne einen Stummel zu lassen. Ebenso entfernt man Äste, die sich kreuzen oder aneinander reiben, denn jede Wunde ist eine Eintrittspforte für den Obstbaumkrebs.

Nach der Reinigung sollte die Mauer einige Tage trocknen, bevor neuer Bewuchs oder eine Beschichtung geplant wird. Ein Blick auf den Zustand des Putzes lohnt sich ohnehin: Lockere Stellen lassen sich jetzt leichter erkennen und ausbessern. Wer diese Reihenfolge einhält, entfernt vertrocknete Efeutriebe ohne Zugkraft und ohne Schaden an der Wand.

imageEin weiterer Fehler: den Schnitt mit dem Rasenmäher erledigen. Das funktioniert bei sehr niedrigen Sorten, quetscht aber die Halme und hinterlässt unsaubere Schnittstellen. Besser ist eine scharfe Schere. Wer unsicher ist, ob die Pflanze überhaupt einen Rückschnitt braucht, lässt einzelne Halme stehen und beobachtet den Neuaustrieb. Immergrüne Arten wie Seggen oder einige Carex-Sorten werden nur bei Bedarf geschnitten, meist im Frühjahr, um braune Spitzen zu entfernen. Wer im Herbst schneidet, verliert den natürlichen Winterschutz und muss damit rechnen, dass die Pflanze im Frühjahr nicht mehr austreibt. Das ist der teuerste Fehler, weil er sich nicht korrigieren lässt.
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