Beim Gießen gilt: lieber seltener, dafür durchdringend. Die Erde sollte zwischen zwei Wassergaben oberflächlich abtrocknen. Staunässe ist der häufigste Fehler – sie führt zu fauligen Wurzeln, die sich zunächst durch gelbe, schlaffe Blätter bemerkbar machen. Im Sommer reicht meist einmal pro Woche, im Winter alle zwei bis drei Wochen. Wer unsicher ist, steckt einen Finger zwei Zentimeter tief in den Topf. Fühlt sich die Erde dort noch feucht an, wartet man besser noch ein paar Tage.
Wer diese Grundsätze beachtet, kann auch in Räumen mit wenig Tageslicht grüne Pflanzen halten. Entscheidend sind die richtige Art, ein fester Standort abseits der prallen Sonne und ein Gießverhalten, das sich nach der Erde richtet, nicht nach dem Kalender. Mit diesen drei Hebeln gedeihen Grünlilie, Bogenhanf und Efeutute auch dort, wo sonst nur künstliche Pflanzen überleben.
Zwei Wochen Urlaub bedeuten für Zimmerpflanzen oft Stress: Wer nicht rechtzeitig vorsorgt, findet nach der Rückkehr vertrocknete Blätter oder vertrocknete Triebe vor. Dabei reichen einfache Vorbereitungen, um die wichtigste Zeit zu überbrücken. Entscheidend sind drei Faktoren: Wie viel Wasser speichert der Topf, wie stark verdunstet die Oberfläche und wie tief wurzelt die Pflanze. Wer diese Punkte vor der Abreise prüft, kann auf teure Automatiksysteme verzichten.
Beim Umtopfen sollten Sie den Zeitpunkt richtig wählen. Der beste Moment ist der Frühling, wenn die Pflanze ohnehin neu austreibt. Dann steckt sie die Umstellung leichter weg. Vermeiden Sie Umtopfen während der Blüte oder in der kalten Jahreszeit, wenn die Pflanze ruht. Nach dem Umtopfen stellen Sie den Topf für einige Tage an einen schattigeren Platz, damit sich die Wurzeln erholen können.
Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen ein- bis zweimal im Jahr, ob der Topf noch ausreicht. Wer die Zeichen rechtzeitig erkennt, erspart der Pflanze Stress und sich selbst den Ärger über kümmerliches Wachstum. Ein passender Topf ist die einfachste Voraussetzung für gesunde Wurzeln und kräftige Triebe.
Auch der Austritt von Wurzeln an der Oberfläche ist ein Warnsignal. Bildet sich ein dichter Filz aus feinen Wurzeln, die über die Erde kriechen, hat die Pflanze den Topf komplett durchwurzelt. Ein weiteres Anzeichen ist eine plötzliche Wachstumspause trotz guter Bedingungen. Bleiben neue Blätter klein, verfärben sich ältere gelb oder wirft die Pflanze Knospen ab, fehlt es an Raum für die Wurzeln. Selbst regelmäßiges Düngen hilft dann nicht mehr, weil die Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden können.
Worauf Sie beim Umtopfen achten sollten Ein häufiger Fehler ist der Sprung in einen viel zu großen Topf. Dann steht die Pflanze in feuchter Erde, die sie nicht schnell genug durchwurzelt, und es droht Wurzelfäule. Wählen Sie einen Topf, dessen Durchmesser etwa zwei bis vier Zentimeter größer ist als der alte. Lockern Sie den Wurzelballen vorsichtig mit den Fingern. Abgestorbene, matschige Wurzeln schneiden Sie mit einer sauberen Schere ab. Füllen Sie frisches Substrat ein und drücken Sie es leicht an, damit keine Hohlräume entstehen. Gießen Sie anschließend gründlich, aber ohne Staunässe.
Wer größere Gefäße besitzt, kann einen einfachen Tonkegel oder eine umgedrehte Plastikflasche nutzen. Bei der Flasche schneidet man den Boden ab, bohrt ein kleines Loch in den Verschluss und steckt sie mit dem Hals nach unten in die Erde. Das Wasser tropft langsam heraus. Die Öffnung darf nicht zu groß sein, sonst läuft das Wasser in wenigen Stunden aus. Ein bis zwei Millimeter reichen für zwei Wochen. Bei Tonkegeln saugt die poröse Wand Wasser aus dem Gefäß und gibt es an die Erde ab, sobald diese trockener wird.
Die richtige Dosierung richtet sich immer nach dem Produkt, nicht nach dem Gefühl. Flüssigdünger wird meist im Verhältnis eins zu zehn mit Gießwasser verdünnt, das steht auf dem Etikett. Häufig reicht schon die halbe angegebene Menge, besonders bei Pflanzen mit langsamem Wuchs. Nie auf trockene Erde düngen: Zuerst angießen, dann die Nährstofflösung geben, sonst verbrennen die feinen Wurzeln. Wer mehrere Pflanzen versorgt, beschriftet am besten den Kalender, um den Überblick zu behalten.
Das deutlichste Signal sind Wurzeln, die aus den Abzugslöchern am Topfboden wachsen. Drehen Sie den Topf um und schauen Sie nach: Treten weiße oder braune Wurzelspitzen aus den Öffnungen, ist der Platz längst aufgebraucht. Ein weiteres sicheres Zeichen zeigt sich beim Gießen. Läuft das Wasser sofort durch und die Erde nimmt kaum etwas auf, ist der Topf von einem dichten Wurzelballen durchzogen. Die Erde kann kein Wasser mehr speichern, weil schlicht kein Substrat mehr vorhanden ist.
Docht und Mulch: zwei bewährte Techniken für empfindliche Pflanzen Für Pflanzen, die gleichmäßige Feuchtigkeit brauchen, eignet sich ein Docht aus Baumwolle. Man steckt einen Streifen Stoff oder eine dicke Schnur einige Zentimeter tief in die Erde und führt das andere Ende in ein Gefäß mit Wasser, das höher steht als der Topf. Der Docht leitet Wasser langsam nach, sobald die Erde trocknet. Wichtig ist, den Docht vorher zu wässern, sonst fließt kein Wasser. Ein zu dicker Docht oder ein zu großer Höhenunterschied führen dazu, dass die Erde dauerhaft nass bleibt und Wurzeln ersticken.
