Ein häufiger Fehler ist das Arbeiten auf unaufgeräumten Flächen. Kabel, Schutt und Werkzeuge liegen wild durcheinander, dadurch steigt die Unfallgefahr und die Konzentration sinkt. Vor dem Start sollte ein fester Platz für jedes Werkzeug festgelegt werden – zum Beispiel eine Werkzeugkiste oder ein Wandregal. Nach jedem Arbeitsschritt wird aufgeräumt. Das kostet nur wenige Minuten, spart aber später langes Suchen. Besonders scharfes Werkzeug wie Cuttermesser oder Stemmeisen gehört immer mit der Schneide nach unten oder in eine Schutzhülle.
Abtropfschutz richtig einsetzen, nicht nur anhängen Ein Abtropfschutz – etwa eine Kunststoffschürze, eine Folie oder ein Auffangbehälter am Werkzeug – verhindert, dass Farbe, Kleber oder Mörtel am Arm herunterläuft. Der typische Fehler: Der Schutz wird zu tief oder zu locker befestigt. Zu tief bedeutet, dass Flüssigkeit über den Ellenbogen läuft und die Kleidung erreicht. Zu locker bedeutet, dass der Schutz verrutscht, sobald der Arm über Kopf bewegt wird. Richtig ist eine Position knapp unterhalb des Handgelenks oder direkt am Werkzeuggriff, festgezogen, aber ohne die Durchblutung abzudrücken. Bei längerer Arbeit über Kopf empfiehlt sich ein zweiter Schutz am Oberarm, der den Weg der Flüssigkeit unterbricht.
Gewölbte Böden sind selten ein optisches Problem allein. Meistens steckt Feuchtigkeit im Estrich, die nach oben entweicht und den Belag von unten anhebt. Wer den Zusammenhang zwischen Restfeuchte und Verformung versteht, kann gezielt prüfen und teure Folgeschäden vermeiden. Die Restfeuchte ist jener Wasseranteil, der nach dem Abbinden im Estrich verbleibt und über Monate entweicht. Wird zu früh belegt, staut sich die Feuchtigkeit unter dem Belag.
Auch die Farbe selbst spielt eine Rolle. Kreidende Farbe auf der Wand bedeutet nicht, dass die neue Farbe ebenfalls kreiden muss. Eine matte, gut deckende Dispersionsfarbe mit hohem Bindemittelanteil haftet besser als eine billige, stark mit Füllstoffen versetzte Farbe. Beim Streichen gilt: nicht zu dünn auftragen, aber auch nicht in einer Schicht alles abdecken wollen. Zwei dünne Schichten haften besser als eine dicke. Zwischen den Schichten ausreichend trocknen lassen.
Ein häufiger Fehler ist die Messung an nur einer Stelle. Feuchtigkeit verteilt sich ungleichmäßig, besonders in Randzonen oder über Rohrleitungen. Wer nur in der Mitte prüft, übersieht oft die kritischen Bereiche. Ein weiterer Fehler: die Proben zu lange liegen lassen. Der Estrich zieht sofort wieder Feuchtigkeit aus der Luft, das Ergebnis wird zu niedrig. Probe daher zügig entnehmen und sofort verarbeiten. Ebenso falsch ist es, sich auf ein einfaches Feuchtemessgerät mit Widerstandsmessung zu verlassen. Diese Geräte zeigen nur relative Werte und täuschen bei Salzen im Estrich.
Fliesen mit ihrer Glasur sind ein dankbarer Untergrund, aber nur, wenn sie sauber und trocken sind. Fett, Kalkränder und Seifenreste aus der Küche oder vom Waschbecken wirken wie Trennmittel. Die Fliesen mit einem milden Reiniger abwaschen, mit klarem Wasser nachspülen und vollständig trocknen lassen. Bei stark glasierten Fliesen und großen Spiegeln lohnt es sich, die Klebefläche mit feinem Schleifpapier anzurauen – kein Kratzer, nur matt. Danach den Staub absaugen oder abwischen. Wer auf einer frisch gefliesten Wand klebt, muss die Fugen vollständig aushärten lassen, sonst verschiebt sich der Spiegel später mit dem Untergrund.
Nach erfolgreicher Trocknung und erneuter Messung kann der Belag verlegt werden. Zwischen Messung und Verlegung sollten keine Arbeiten mit Wasser stattfinden, sonst ist das Ergebnis sofort wieder hinfällig. Wer die Restfeuchte dokumentiert und die Werte vor dem Belegen schriftlich festhält, hat im Streitfall einen Nachweis. Gewölbte Böden sind fast immer vermeidbar, wenn vor dem Belegen gemessen und nicht geschätzt wird.
Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig. Nach etwa zehn Minuten Arbeit über Kopf den Arm senken, die Schulter kreisen und den Kopf langsam nach links und rechts neigen. Wer den Schmerz ignoriert und weiterarbeitet, riskiert eine Sehnenentzündung in der Schulter oder einen steifen Nacken, der sich über Tage hält. Ebenso wichtig: Die Arbeitsfläche nicht mit gestreckten Armen erreichen wollen. Ein Tritt oder eine höhere Plattform spart Kraft und schützt die Gelenke. Wer über Kopf arbeitet, sollte außerdem darauf achten, dass der Raum gut beleuchtet ist – Schatten zwingen zu noch mehr Kopfbewegung.
Über Kopf zu arbeiten bedeutet, mit den Händen oberhalb der Schulterlinie zu agieren – beim Streichen der Decke, beim Setzen von Schrauben in der Wand, beim Verputzen hoher Flächen oder beim Montieren von Leuchten. Der eigentliche Fehler beginnt nicht erst beim Heben des Arms, sondern schon bei der Fußstellung. Wer mit durchgedrückten Knien und nach hinten gekipptem Becken arbeitet, verschiebt die Last in den unteren Rücken. Wer zusätzlich den Kopf in den Nacken legt, um die Arbeitsstelle zu sehen, addiert eine starke Streckung der Halswirbelsäule. Beides zusammen hält niemand länger als ein paar Minuten schmerzfrei durch.
