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Das Bohren selbst entscheidet oft über den Erfolg. Der Bohrer muss zum Dübel und zum Material passen. In Fliesen beginnt man ohne Schlag, sonst platzt die Glasur. In Beton braucht es Schlag und einen Hartmetallbohrer. Die Bohrlochtiefe sollte einige Millimeter länger sein als der Dübel, damit Staub Platz hat. Diesen Staub entfernt man mit einem Ausblaser oder einem dünnen Schlauch; bleibt er im Loch, verkeilt der Dübel nicht richtig und die Verbindung wird instabil. Ein häufiger Fehler: zu groß bohren. Ein acht Millimeter starker Dübel braucht ein acht Millimeter großes Loch – nicht neun.

Am Fenster trifft man auf zwei verschiedene Situationen. Die Laibung, also die seitliche Wandfläche in der Fensternische, wird meist mit einem schmalen Streifen belegt, der über die Kante bis zum Fensterrahmen geführt wird. Dort wird nicht geschnitten, sondern die Bahn in die Ecke gefaltet und erst hinterher bündig mit dem Rahmen abgeschnitten. Der Grund: Ein Schnitt direkt in der Ecke lässt keinen Spielraum, falls die Bahn beim Trocknen minimal schrumpft. Der Falz im Übergang zur Fensterbank oder zum Rahmen wird mit einem Kunststoffspachtel festgedrückt, dann mit dem Messer an der Rahmenkante entlanggeführt.

Beim Tapezieren entscheidet nicht die Bahn auf der freien Fläche über das Ergebnis, sondern die Kante an der Ecke und am Fenster. Wer dort zu früh schneidet oder falsch faltet, bekommt später Blasen, ausgefranste Kanten oder sichtbare Stoßkanten mitten im Raum. Die Faustregel lautet: An der Innenecke wird gefaltet, an der Außenecke geschnitten, am Fenster kommt beides zusammen.

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Tiefengrund und Haftgrund. Tiefengrund dringt in den Untergrund ein, bindet Staub und reguliert die Saugfähigkeit. Er ist richtig auf saugenden mineralischen Untergründen wie Putz oder Beton. Haftgrund dagegen bildet einen klebrigen Film und ist für glatte, nicht saugende Flächen wie alte Dispersionsfarbe oder Fliesen gedacht. Wer Tiefengrund auf eine versiegelte Fläche streicht, erreicht nichts. Wer Haftgrund auf frischen Putz aufträgt, verschließt die Oberfläche und riskiert, dass der Kleister nicht mehr eindringt.

Ein Regal hängt schief, der Spiegel kippt aus der Wand, oder die Schraube dreht sich beim Festziehen einfach durch – in den meisten Fällen lag der Fehler nicht am Bohrer, sondern am falschen Dübel. Wer die Wand hinter dem Putz nicht kennt, greift oft zum nächstbesten Dübel aus der Schublade. Genau dort beginnt das Problem. Die Wahl des Dübels richtet sich nach dem Baustoff, nicht nach dem Gewicht des Gegenstands allein. Ein 30-Kilo-Regal in Gipskarton braucht etwas völlig anderes als dasselbe Regal in einer Betonwand.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Eindrehen der Schraube mit Gewalt. Sitzt der Dübel nicht fest oder ist das Loch ausgeleiert, hilft kein stärkeres Anziehen. Besser ist es, den Dübel zu entfernen, das Loch mit einem passenden Reparaturmörtel zu füllen und nach dem Aushärten neu zu bohren. Bei Hohlraumdübeln zählt die richtige Setztiefe: Wird der Dübel zu tief eingeschoben, kann er sich hinter der Platte nicht mehr aufspreizen. Die mitgelieferte Setzhilfe oder ein einfacher Trick – den Dübel bis zum Anschlag der Tellerscheibe einführen – verhindert das.

Innenecken sind der häufigste Fehlerort. Die Bahn wird nicht bündig in die Ecke geschnitten, sondern etwa zwei bis drei Zentimeter über die Ecke hinweggeführt. Erst dann mit einem scharfen Cuttermesser entlang einer geraden Kante oder eines Spachtels durchtrennen, aber nur die oberste Lage, nicht die darunterliegende Bahn. Anschließend die zweite Wand mit einer neuen Bahn beginnen, die exakt in die Ecke läuft und die erste Lage um wenige Millimeter überlappt. Diese Überlappung wird später mit einer Nahtrolle angedrückt, damit keine Kante sichtbar bleibt. Wer hier auf Stoß arbeitet, riskiert eine offene Fuge, die sich beim Trocknen weiter öffnet.

Bohrprobe und Magnet – zwei Werkzeuge, die Klarheit schaff

Warum Gipskarton einen anderen Umgang verlangt Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern zwischen zwei Kartonschichten. Ein gewöhnlicher Dübel findet darin kaum Halt, weil das Material beim Spreizen bricht. Für leichte Lasten bis etwa fünf Kilogramm genügen spezielle Hohlraumdübel, die sich hinter der Platte aufspreizen und die Last auf eine größere Fläche verteilen. Bei schwereren Lasten – Regale, Wandschränke, Fernseher – muss die Konstruktion dahinter stimmen: entweder eine durchgehende Holz- oder Metallunterkonstruktion oder ein Dübel, der sich hinter der Platte weit auffächert. Wer hier einen normalen Dübel eindreht, riskiert, dass die Platte ausbricht und ein faustgroßes Loch bleibt.

Eine Tür, die am Rahmen oder am Boden schleift, ist meistens kein Grund, sofort zur Hobelbank zu greifen. In vielen Fällen liegt das Problem nicht am Blatt der Tür, sondern an den Bändern, am Rahmen oder an der Feuchtigkeit im Holz. Wer zuerst nachstellt, spart sich eine Menge Arbeit und verhindert, dass eine eigentlich intakte Tür dauerhaft beschädigt wird. Das Nachstellen ist fast immer die schonendere und schnellere Lösung.
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