
Erst ausgleichen, dann kleb
Setzrisse erkennen: Verlauf und Breite entscheiden Setzrisse sind das Ergebnis von Bewegungen im Bauwerk, etwa wenn sich Fundamente setzen oder verschiedene Bauteile unterschiedlich stark arbeiten. Sie verlaufen häufig schräg, treppenförmig oder an Übergängen zwischen Mauerwerk und Betondecke. Breiten zwischen 0,2 und 1 Millimeter gelten oft als unkritisch, solange sie sich nicht verändern. Kritisch wird es, wenn der Riss breiter als etwa einen Millimeter ist, wenn er durchgeht, wenn Wasser eindringt oder wenn sich Türen und Fenster plötzlich schwer schließen lassen. Dann sollte eine fachkundige Person den Riss und die umgebenden Bauteile prüfen.
Ein letzter Punkt betrifft die Lagerung. Vollständig trockene Werkzeuge hält man in einer geschlossenen Kiste oder einem Beutel, damit Staub und Insekten nicht in die Borsten gelangen. Vor dem nächsten Einsatz einmal mit den Fingern durchstreichen und bei Rollen den Flor aufrichten. So behalten Pinsel und Rollen ihre Form, verlieren keine Borsten und liefern weiterhin ein sauberes Streichbild – über viele Anstriche hinweg.
Ein häufiger Fehler ist die falsche Menge. Grundierung wird dünn aufgetragen, nicht wie ein Deckanstrich. Zu viel Material bildet einen Film, der die Haftung der Folgeschicht eher mindert. Bei stark saugenden Untergründen lieber zweimal dünn als einmal dick, mit ausreichender Trockenzeit dazwischen. Die Herstellerangaben zur Überstreichzeit sind verbindlich – wer zu früh weiterarbeitet, löst die Grundierung wieder an und bekommt eine schmierige Oberfläche.
Die Haltung entscheidet über die Belastung. Steigleitern zwingen zu einer Hohlkreuzposition, die auf Dauer die Bandscheiben reizt. Besser sind fahrbare Gerüste oder Podeste, bei denen der Körper aufrecht bleibt und die Arme nur leicht angehoben werden. Der Kopf sollte nicht dauerhaft in den Nacken gelegt werden; drehe stattdessen den Oberkörper, um nach oben zu sehen. Ein kurzer Blick nach vorn zwischen den Arbeitsschritten entlastet die Halswirbelsäule spürbar. Wer länger als eine Minute über Kopf arbeitet, sollte Pausen einplanen, in denen die Arme unter Herzhöhe kommen.
Lösemittelhaltige Farben wie Lacke, Ölfarben oder manche Holzlasuren verlangen einen anderen Umgang. Hier arbeitet man zuerst mit einem passenden Reiniger oder Verdünner, danach mit warmem Wasser und Seife, um die Rückstände des Reinigers zu entfernen. Wichtig: Pinsel und Rollen aus Naturborsten oder Naturfasern vertragen aggressive Lösemittel besser als Kunsthaar, das bei falscher Anwendung aufquillt oder sich verformt. Nach dem Auswaschen formt man die Borsten mit den Fingern wieder in ihre ursprüngliche Spitze und hängt den Pinsel kopfüber oder legt ihn flach zum Trocknen hin.
Um Veränderungen zu erkennen, markiert man den Riss an beiden Enden mit einem dünnen Strich und notiert das Datum. Alternativ lassen sich Rissmonitore oder einfache Gipsplomben aufsetzen. Bricht die Markierung oder verschiebt sie sich, ist der Riss aktiv. Wer nur optisch kontrolliert, verpasst diese Entwicklung leicht. Ein weiterer Fehler ist, einen breiten Riss sofort zuzuspachteln. Damit verschwindet die Kontrollmöglichkeit, und der Riss öffnet sich später erneut, oft breiter als vorher.
Bei der Sanierung kommt es auf die Ursache an. Haarrisse lassen sich nach dem Reinigen und Grundieren mit elastischem Füllmaterial schließen und überstreichen. Setzrisse, die nicht mehr aktiv sind, können mit einem geeigneten Reparaturmörtel oder einem Rissband überbrückt werden. Ist der Riss jedoch aktiv oder zeigt sich eine Verschiebung der Wandteile, hilft Spachteln nicht. Dann müssen Fachleute beurteilen, ob eine Verpressung, eine Injektion oder eine statische Sicherung nötig ist. Wer hier eigenmächtig experimentiert, riskiert Folgeschäden an der Bausubstanz.
Typische Fehler: zu dünne Handschuhe, die bei heißem Lötzinn durchbrennen; ein zu kurzer Schraubendreher, der bei Überkopfmontage abrutscht; oder das Nachziehen einer Verschraubung mit dem ganzen Körpergewicht, statt mit kontrolliertem Druck. Auch das Werkzeug sollte gesichert sein. Ein Karabiner oder eine kurze Schnur am Gürtel verhindert, dass eine Zange aus drei Metern Höhe fällt. Vor dem Beginn prüfen: Ist der Untergrund tragfähig? Steht die Leiter auf ebenem Boden? Sind alle Teile griffbereit, bevor die Arme oben sind?
Wasserlösliche Farbe: warmes Wasser und Spülmittel reichen meist aus Bei Dispersions-, Latex- und Acrylfarben auf Wasserbasis reicht lauwarmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel. Den Pinsel unter fließendem Wasser ausspülen und die Borsten dabei immer wieder auseinanderdrücken, damit die Farbe auch aus dem inneren Kern herauskommt. Die Rolle abziehen, den Bezug unter Wasser gründlich durchkneten und zwischendurch ausdrücken, bis das Wasser klar bleibt. Ein häufiger Fehler ist zu kaltes Wasser: Es löst die Farbe schlechter, sodass Reste in den Borsten zurückbleiben und sie beim nächsten Einsatz verkleben.