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Zuerst den Schaden begrenzen: Das Kleidungsstück ausziehen, damit der Riss nicht weiter aufreißt, und die offenen Kanten mit kleinen Stecknadeln oder Heftfäden fixieren. Nicht an den losen Fäden ziehen, auch wenn sie störend heraushängen. Diese Fäden sind die ursprüngliche Naht und markieren später die Linie, auf der genäht wird. Wer sie abschneidet, verliert die Orientierung und näht den Saum schief wieder zusammen.

Ein eingerissener Saum ist selten nur ein optisches Problem. Sobald die Naht an einer Stelle aufgeplatzt ist, ziehen Zug und Reibung beim Tragen weiter an den freien Fäden. Aus einem Riss von zwei Zentimetern werden binnen weniger Wäschen schnell zehn. Wer sofort reagiert, spart sich das Auftrennen des gesamten Saums und rettet den Stoff an der Kante. Wer wartet, bis der Riss „mal größer wird", repariert am Ende einen ausgefransten Streifen, der sich kaum noch sauber fassen lässt.

Den Hosensaum auf die linke Seite umklappen und bügeln. Den abgetrennten Originalsaum rechts auf rechts auf den Hosensaum stecken, sodass die Kanten bündig liegen. Mit einem Geradstich knapp an der ursprünglichen Naht entlang nähen. Dann den Saum nach unten klappen und die Nahtzugabe nach innen einschlagen. Von rechts mit einem unsichtbaren Stich oder mit der Blindstichfunktion der Nähmaschine annähen. Wichtig: Die Naht nicht zu fest ziehen, sonst wellt sich der Stoff.

Eine Tischdecke für einen großen Tisch zuzuschneiden ist einfach. Sie sauber zu säumen, ist die eigentliche Arbeit. Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: eine exakt gerade Kante und eine Briefecke, die flach aufliegt, ohne zu wölben. Wer beides beherrscht, bekommt einen Saum, der auch nach mehreren Wäschen nicht wellt. Der Aufwand lohnt sich, weil die Ecke bei jedem Blick auf den gedeckten Tisch sichtbar ist.

Der erste Schritt beginnt mit der Vorbereitung. Bevor der Faden auf die Spule kommt, sollte die Spule selbst sauber und unbeschädigt sein. Staub, Fettreste oder kleine Risse können dazu führen, dass der Faden nicht gleichmäßig aufliegt. Auch die Spulenkapsel und der Spulenkern müssen frei von Rückständen sein. Ein trockenes Tuch oder ein weicher Pinsel hilft, feine Partikel zu entfernen. Prüfen Sie außerdem, ob die Spule richtig in der Spulvorrichtung sitzt – sitzt sie schief, wickelt der Faden unweigerlich locker auf.

Typische Fehler sind zu lange Stiche, die den Stoff nicht sicher halten, und ein zu fester Faden, der beim Entfernen Spuren hinterlässt. Auch wer den Heftfaden nach dem Nähen mit der Maschine einfach durchtrennt, riskiert, versehentlich die eigentliche Naht zu beschädigen. Besser ist es, den Heftfaden vorsichtig mit einer spitzen Schere oder einem Nahttrenner alle paar Zentimeter zu durchtrennen und dann herauszuziehen. Bei empfindlichen Stoffen vorher an einem Reststück üben.

Für feine Stoffe eignet sich ein einfacher Rückstich von Hand mit dünnem Nähgarn in passender Farbe, für robuste Webware auch ein dichter Zickzackstich auf der Maschine. Wichtig ist, die ursprüngliche Nahtlinie wieder zu treffen, nicht daneben zu setzen. Etwa einen Zentimeter über den Riss hinaus nähen, damit die Naht auf intaktem Gewebe endet. Nach dem Nähen die Fäden nicht kurz abschneiden, sondern einige Zentimeter stehen lassen und später vernähen.

Nach dem Schließen des Risses den Saum leicht dämpfen, nicht pressen. Sitzt die Reparatur eng und flach, ist der Stoff gerettet und der Riss bleibt dort, wo er war. Der Aufwand liegt bei wenigen Minuten — deutlich weniger als das spätere Ausbessern eines gewanderten Risses.

Vom Rand nach innen arbeiten, nicht umgekehrt Das Reparieren beginnt nicht am Anfang des Risses, sondern an dessen Ende. Zuerst einige Stiche quer über die Stelle setzen, an der der Riss aufhört, damit er nicht weiterläuft. Erst danach die offene Kante schließen. Wer von der Saumkante aus nach innen näht, schiebt den Stoff vor sich her und erzeugt eine Welle. Eine kleine Hilfestellung: unter die offene Stelle ein Stück dünnen, leichten Stoff legen. Er stabilisiert die Reparatur und verhindert, dass die Nadel das Gewebe durchlöchert.

Ein ausgefranster Saum ist kein Grund, das Kleidungsstück gleich zu kürzen. Oft reicht es, die offenen Kanten mit Vlieseline zu stabilisieren. Das geht schnell, ist unsichtbar und erhält die ursprüngliche Länge. Besonders bei Hosen, Röcken oder Kleidern aus leichten bis mittelschweren Stoffen ist das eine saubere Lösung. Wichtig ist, dass die Franse noch nicht zu tief eingerissen ist – dann hält das Ergebnis dauerhaft.

Typische Fehler: zu dickes Garn, das den Stoff ausbeult, eine zu große Stichlänge, die neue Lücken schafft, und das Bügeln über die frische Naht, solange der Stoff noch warm und formbar ist. Auch das Verknoten der Fäden direkt an der Kante hält nicht lange — der Knoten reibt auf und platzt. Besser die Fadenenden mit einer Nadel unter die Naht ziehen. Bei sehr dünnen oder elastischen Stoffen vorher an einem unsichtbaren Reststück testen, wie sich Nadel und Stich verhalten.
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