Zuerst wird der ausgefranste Bereich gesäubert. Lose Fäden nicht abschneiden, sondern vorsichtig mit einer Nadel oder Pinzette entfernen. Den Saum auf links drehen und die offene Kante glatt streichen. Darauf achten, dass keine Falten entstehen, sonst zeichnen sie sich später auf der rechten Seite ab. Ein Blick auf die Webrichtung hilft: Der Vlieseline-Streifen wird im 45-Grad-Winkel zur Webkante aufgebügelt, damit er sich nicht verzieht. Bei dicken Säumen mit mehreren Lagen sollte die Einlage dünn gewählt werden, etwa eine leichte, aufbügelbare Vlieseline ohne Papierbeschichtung.
Typische Fehler sind ein zu großer Flicken, ein falscher Zuschnitt gegen die Faserrichtung und ein zu starker Faden. Auch das Bügeln wird oft vergessen: Nach dem Nähen werden die Naht und der Flicken von innen leicht angedampft, damit sich die Fasern legen. Bei Wolle und feinen Geweben ist ein Probestück an einer verdeckten Stelle sinnvoll, um Stich und Faden zu testen. Wer diese Schritte einhält, erhält eine Reparatur, die im Alltag nicht auffällt.
Für den Außenstoff eignen sich feste Webstoffe: Canvas, Dekostoff, Jeans, dickere Baumwolle. Der Innenstoff darf dünner sein, weil er nur die Innenseite abdeckt. Dazwischen kommt eine Einlage, die Form hält. Bewährt haben sich Bügeleinlagen mit mittlerer bis fester Stärke oder Volumenvlies, das aufgebügelt wird. Ein dünner Baumwollstoff ohne Einlage fällt in sich zusammen, sobald etwas hineingelegt wird. Für den Rand braucht es zusätzlich ein Stück feste Einlage oder ein Schrägband, das die Kante sauber fasst.
Beim Zusammennähen treffen oft mehrere Lagen aufeinander, besonders an den Seitennähten. Eine zu große Stichlänge hinterlässt sichtbare Löcher, eine zu kleine bricht die Nadel. Bewährt hat sich eine mittlere Stichlänge und eine Nadel für feste Stoffe. Der Nähfuß sollte die Lagen gleichmäßig transportieren; bei dickem Material hilft es, langsam zu nähen und den Stoff leicht zu führen, statt zu ziehen. Wer den Korb unten mit einem Quadrat abnäht, bekommt einen flachen Boden und damit mehr Standfläche.
Zum Anzeichnen eignen sich Kreide, Seifenstift oder ein wasserlöslicher Stift. Kreide ist bei dunklen Stoffen gut sichtbar, hinterlässt aber manchmal Spuren. Seifenstift verschwindet beim Bügeln, kann aber auf empfindlichen Stoffen Flecken hinterlassen. Ein wasserlöslicher Stift ist präzise, darf aber nicht zu lange auf dem Stoff bleiben. Für exakte Linien mit Nahtzugabe gibt es Schablonen aus Kunststoff – sie werden an die Stoffkante gelegt und die Linie mit dem Stift nachgezogen. Alternativ lässt sich die Zugabe mit einem Nahtzugabe-Fuß an der Nähmaschine direkt beim Nähen führen. Das ist schneller, aber weniger genau bei Kurven.
Kopierpapier, auch als Durchschlagpapier bekannt, ist die Wahl für präzise Musterübertragungen. Es wird zwischen Stoff und Vorlage gelegt, dann mit einem harten Gegenstand – etwa einem Rad oder einem Stift – nachgefahren. Der Druck überträgt eine dünne Schicht Farbe auf den Stoff. Das funktioniert gut auf hellen, glatten Geweben, aber schlecht auf strukturierten Stoffen wie Wolle, Strick oder Fleece. Dort bleibt die Farbe in den Vertiefungen hängen und lässt sich kaum entfernen. Ein weiterer Fehler ist zu starker Druck: Die Linien werden breit und verlaufen. Besser ist es, mit mäßigem Druck mehrmals nachzufahren. Nach dem Nähen müssen die Markierungen ausgewaschen werden, sonst bleiben sie als Schatten sichtbar.
Typische Fehler: Die Zugabe wird auf der rechten Stoffseite angezeichnet und scheint durch dünne Stoffe. Die Linie wird mit Kugelschreiber gezogen – der geht nie wieder raus. Die Zugabe wird an der Stoffkante gemessen statt an der Nahtlinie, dadurch verschiebt sich das ganze Teil. Und: Wer die Zugabe erst nach dem Zuschnitt anzeichnet, hat oft keine gerade Kante mehr als Referenz. Besser vor dem Zuschnitt die Nahtlinie auf dem Schnittmuster markieren und die Zugabe am Stoff mit Lineal und Kreide ziehen.
Ein Loch in einem Kleidungsstück muss nicht das Ende seiner Nutzungsdauer bedeuten. Entscheidend ist, wie die Reparatur vorbereitet wird. Wer sauber arbeitet, kann einen Schaden so beheben, dass er beim Tragen kaum auffällt. Der wichtigste Grundsatz lautet: Erst denken, dann schneiden, dann nähen. Wer sofort zur Nadel greift, produziert häufig eine sichtbare Narbe im Stoff.
Zum Übertragen der Zugabe auf den Stoff: Lineal an die Stoffkante legen, gewünschte Breite abmessen, mit kurzen Strichen markieren, dann verbinden. Bei Rundungen das Lineal senkrecht zur Kante halten, sonst wird die Zugabe an der Kurve schmaler. Nach dem Anzeichnen die Linie mit einem Heftfaden oder Stecknadeln sichern, bevor genäht wird. So bleibt die Zugabe dort, wo sie hingehört.
Zunächst wird der beschädigte Bereich begutachtet. Ausgefranste Kanten werden mit einer kleinen Schere geglättet, lose Fäden vorsichtig entfernt. Bei gewebten Stoffen lässt sich der Rand oft mit einem winzigen Tropfen textiler Fixierung stabilisieren, damit er beim Nähen nicht weiter ausreißt. Bei elastischen Materialien ist Vorsicht geboten: Ein zu straffer Stich reißt später wieder auf, weil der Stoff sich beim Tragen dehnt.